Fix: Marco Reus geht zum BVB

4. Januar 2012 von redaktion

Der 22-jährige Nationalspieler wird Borussia Mönchengladbach am Saisonende verlassen und zu Borussia Dortmund wechseln. Beim Deutschen Meister erhält Reus einen Vertrag bis 2017.

Nun also doch. Supertalent Marco Reus verabschiedet sich nach drei Jahren aus Gladbach und kehrt nach der Saison zurück zu Borussia Dortmund. Der BVB hat den Poker um eines der begehrtesten deutschen Talente für sich entschieden und sich dabei gegen namhafte Konkurrenz wie Real Madrid, Arsenal London und Bayern München durchgesetzt. Dafür mussten die Schwarz-Gelben allerdings auch tief in die Tasche greifen. Im Sommer überweist der Deutsche Meister die festgeschriebene Ablösesumme von 17,5 Millionen Euro an Gladbach. „Der Transfer ist aus unseren Rücklagen der letzten Jahre solide finanziert. Marco Reus ist ein Spieler, der den Unterschied ausmacht und dazu ein echter Dortmunder Junge“, erklärt Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der BVB-Geschäftsführung, den Transferhammer.

Beim Trainingsauftakt am Dienstag informierte Reus die Gladbach-Bosse über seine Entscheidung, die der 22-Jährige im Weihnachtsurlaub in Dubai getroffen hatte. „Mir ist es ganz wichtig, klarzustellen, dass dies keine Entscheidung gegen Gladbach ist. Ich hatte hier bis jetzt eine wunderbare Zeit. Borussia hat mir die Chance gegeben, mich in der Bundesliga zu zeigen und mich zu dem Spieler zu entwickeln, der ich jetzt bin. Nach wie vor fühle ich mich in der Mannschaft, in der ich viele gute Freunde habe, und in der Stadt sehr wohl und es wird mir weh tun, dieses für mich wichtige gute Umfeld zu verlassen. Aber ich habe mich entschieden, dass ich in der kommenden Saison den nächsten Schritt machen und bei einem Verein spielen möchte, der um die Meisterschaft mitspielt und mir die Garantie gibt, in der Champions League zu spielen. Diese Chance sehe ich in Dortmund.“

Eben in Dortmund ist Reus, der in der Hinrunde in 15 Ligaspielen zehn Tore erzielen konnte, groß geworden. Seine Freundin und die Eltern wohnen immer noch dort. Im Sommer kehrt nun auch der 22-jährige Flügelflitzer in seine Heimat zurück. „Wir freuen uns, dass sich Marco trotz hochkarätiger Konkurrenz für den BVB entschieden hat“, so BVB-Sportdirektor Michael Zorc, der den Deal eingetütet hat. „Mit Marco Reus verpflichten wir unseren absoluten Wunschspieler für die Offensive.“

In Gladbach ist die Freude über den Verlust des Supertalents verständlicherweise nicht ganz so groß. Sportdirektor Max Eberl hatte bis zuletzt alles versucht, um Reus zu einem Verbleib in Mönchengladbach zu bewegen. „Wir wären bis ans Äußerste gegangen, um Marco zu halten, haben ihm ein neues Vertragsangebot bis 2016 vorgelegt.“ Doch der Nationalspieler entschied sich anders. „Ich weiß diese Bemühung um mich wirklich sehr zu schätzen, aber letztendlich denke ich, dass es für meine Entwicklung der richtige Schritt ist, nach drei Jahren in Mönchengladbach nun zu Borussia Dortmund zu wechseln.”

DFB-Elf putzt Holland

16. November 2011 von redaktion

Die deutsche Nationalmannschaft gewinnt das Freundschaftsspiel gegen die Niederlande souverän mit 3:0. Ein versöhnlicher Jahresabschluss für Joachim Löw und seine Mannschaft.

“Oh, wie ist das schön” schallte es von den ausverkauften Rängen in der Hamburger Arena. Zuvor hatte Mesut Özil in der 66. Minute nach einer traumhaften Kombination mit Miroslav Klose das 3:0 erzielt. Und wie schön das war. 51.500 Zuschauer vor Ort plus 13 Millionen an den Fernsehschirmen bekamen am Dienstagabend einen echten Leckerbissen der Fußballunterhaltung zu Gesicht. Mit 3:0 fegte die Deutsche Elf die Niederländische Auswahl förmlich vom Platz und war dem amtierenden Vizeweltmeister dabei in wirklich allen Belangen überlegen. “Wir haben mit viel Spielfreude und Leichtigkeit gespielt und kombiniert, womit die Holländer offenbar ein bisschen überfordert waren”, gab Bundestrainer Joachim Löw nach der Partie sichtlich erfreut zu Protokoll.

Und in der Tat präsentierte sich die DFB-Elf an diesem denkwürdigen Abend in Hamburg in herausragender Verfassung. Von Beginn an nahm der Gastgeber das Heft in die Hand und ließ dabei keinen Zweifel aufkommen, wer in der Imtech Arena Herr im Haus sein sollte. Anders als in den letzten Länderspielen auf Hamburger Boden bekamen die Zuschauer diesmal einiges für ihr Geld geboten. In der ersten Halbzeit konnte Deutschland nicht nur zwei schöne Tore erzielen, sondern spielte sich regelrecht in einen Rausch. Weil auch die zweite Hälfte zu einer Demonstration der Stärke geriet, äußerte sich Spielmacher Mesut Özil nach der Partie für seine Verhältnisse regelrecht euphorisch. “Die Holländer hatten keine Chance. Wir haben gezeigt, dass diese junge Mannschaft viel Potenzial hat und um den EM-Titel mitspielen kann.”

Etwas anderes konnten auch die Niederländer nicht behaupten. „Das Spiel sagt wenig über uns aus, aber viel über die Stärke der deutschen Mannschaft. Wenn man sich dieses Spiel anschaut, ist Deutschland einer der größten EM-Favoriten“, so Hollands Nationaltrainer Bert van Marwijk, dessen Mannschaft am Tag danach in der heimischen Presse so richtig ihr Fett weg bekam. So schreibt zum Beispiel die Amsterdamer Zeitung „Volkskrant“: „Deutschland war ein harmonisches Orchester, die Niederlande eine angetrunkene Blaskapelle ohne Dirigenten.” Orchester hin oder her – das 3:0 gegen den Erzrivalen Niederlande in Hamburg bedeutet für die deutsche Nationalmannschaft in jedem Fall einen perfekten Jahresabschluss 2011.

Frank Arnesen wird HSV-Trainer

10. Oktober 2011 von redaktion

Nach der erfolglosen Trainersuche übernimmt der Sportchef bis auf weiteres das Amt des Chef-Trainers beim Bundesligadino. Der Däne leitet ab sofort das Training und wird am Sonntag in Freiburg auf der Bank sitzen.

Drei Wochen lang ist Frank Arnesen nach der Entlassung von Michael Oenning auf der Suche nach einem neuen Übungsleiter für den Hamburger SV gewesen. Weil eben diese Suche bisher erfolglos verlief und Interimstrainer Rodolfo Cardoso mangels nötiger Lizenz nicht weiter machen darf, wird der Däne nun selbst die Verantwortung übernehmen. „Ich bin alle möglichen Alternativen durchgegangen und zu der Erkenntnis gekommen, dass der richtige Trainer für den HSV zurzeit noch nicht verfügbar ist. Ich muss auch das Gefühl haben, dass es passt, dass er unsere Mannschaft besser machen kann und dass ich mit ihm zusammen arbeiten kann. Ich will den Trainer haben, der das Beste für den HSV ist und nicht die zweite oder dritte Möglichkeit nehmen, nur damit wir eine Lösung präsentieren“, erklärte der 55-Jährige, der die Trainerlizenz 1991 während seiner Zeit beim PSV Eindhoven erwarb.

„Ich habe mir das überlegt. Es ist ein Risiko für mich, aber das muss ich für den HSV eingehen. Ich bleibe so lange, bis der neue Trainer verpflichtet ist. Ich werde so oft wie möglich auf dem Platz stehen.“

Seine erste Trainingseinheit leitet der neue Teamchef bereits am Montagnachmittag. Als Co-Trainer unterstützen Rodolfo Cardoso und Frank Heinemann den Dänen. „Ich will nicht viel ändern. Wir haben gerade unsere zwei besten Saisonspiele gezeigt. Wir sind auf dem richtigen Weg”, sagte Arnesen, der als Teamchef vor allem auf die Unterstützung seiner Assistenten zählt. „Ich habe sehr viel Vertrauen in unseren Stab. Wir werden alle Ressourcen gebrauchen“, so der Däne, der künftig auch den technischen Direktor Lee Congerton enger ins Trainerteam einbinden möchte.

Schock für Schalke 04: Rangnick tritt zurück

22. September 2011 von redaktion

Ralf Rangnick ist aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung von seinem Posten als Trainer des FC Schalke 04 zurückgetreten. Der 53-Jährige sei aufgrund eines Erschöpfungssyndroms momentan nicht in der Lage, die Kraft und Energie aufzubringen, um dem Team die notwendigen Impulse zur Weiterentwicklung zu geben, heißt es in einer Pressemitteilung.

“Nach langer und reiflicher Überlegung bin ich zum Entschluss gekommen, dass ich eine Pause brauche. Die Entscheidung so zu treffen, ist mir unheimlich schwer gefallen. Doch mein derzeitiger Energielevel reicht nicht aus, um erfolgreich zu sein und insbesondere die Mannschaft und den Verein in ihrer sportlichen Entwicklung voranzubringen”, erklärt Ralf Rangnick seine Entscheidung auf der Homepage des Vereins. “Diesen Schritt gehe ich daher auch im Sinne meines Teams, denen ich für den weiteren Saisonverlauf den größtmöglichen Erfolg wünsche.”

Bereits am Morgen soll Rangnick die Mannschaft über seinen Rücktritt informiert haben. Erst im März hatte der ehemalige Hoffenheim-Coach als Nachfolger von Felix Magath das Amt bei den Königsblauen übernommen. Als Trainer hatte er Schalke 04 bis ins Halbfinale der Champions League geführt und mit den Knappen den DFB-Pokal gewonnen. Interimsweise wird nun der bisherige Co-Trainer Seppo Eichkorn die Mannschaft betreuen. “Die Entscheidung von Ralf Rangnick verdient höchste Achtung. Wir sind ebenso der Auffassung, dass die Gesundheit in jedem Fall Vorrang vor allen beruflichen Zielen und Herausforderungen haben sollte”, zeigte Manager Horst Heldt Verständnis für die Entscheidung. Einen Nachfolger für Rangnick gibt es noch nicht.

Wiedersehen in London

13. September 2011 von redaktion

Michael Ballack kehrt mit Bayer Leverkusen an seine alte Wirkungsstätte zurück. Vor dem Champions League Spiel beim FC Chelsea bricht der 34-Jährige sein öffentliches Schweigen.

Es liegen schwere Zeiten hinter Michael Ballack. Erst Verletzungspech, dann der unrühmliche Abschied von der Nationalmannschaft und in Leverkusen trotz zurückerlangter Fitness auch in der neuen Saison zumeist nur auf der Bank. Im Boulevard machte Ballack zuletzt sogar Schlagzeilen wegen angeblicher Eheprobleme. Doch jetzt scheint der 98-fache Nationalspieler all diese Dinge hinter sich gelassen zu haben. Vor dem Champions League Gruppenspiel beim FC Chelsea präsentierte sich Ballack bester Laune. „Dieses Spiel ist für mich persönlich etwas Besonderes. Hier gespielt zu haben und dann gleich Chelsea zugelost zu bekommen, hätte nicht besser kommen können“, sagte der ehemalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft bei seiner Ankunft in London.

Vier Jahre lang war Michael Ballack von 2006 bis 2010 an der Stamford Bridge zuhause. Im Vorlauf der Partie am Dienstag soll der ehemalige Nationalspieler von den Chelsea-Verantwortlichen für diese Zeit geehrt und offiziell verabschiedet werden. „Sollte es dazu kommen, wäre es eine tolle Geste und ein emotionaler Moment. Chelsea wird immer ein großer Teil meiner Karriere sein“, so Ballack, der an seiner alten Wirkungsstätte aller Voraussicht nach in der Startelf stehen wird. „Michael ist in toller Form, er ist unser erfahrenster Spieler. Auf seine Erfahrung greift man gerne zurück“, so Bayer-Trainer Robin Dutt, der seinen Mittelfeldstar zuletzt auch in Augsburg von Beginn an ran ließ.

Lediglich fünf Spieler aus dem Kader des Vizemeisters haben überhaupt schon einmal Champions League Luft geschnuppert. Michael Ballack dagegen stand bereits zweimal im Finale der Königsklasse, absolvierte insgesamt 87 Partien und schoss dabei 15 Tore. „Wir haben eine unerfahrene Mannschaft. Im letzten Jahr haben wir Europa League gespielt, Champions League ist aber ein anderes Niveau. Es ist auch meine Aufgabe, die jungen Spieler an diese Aufgabe heranzuführen“, freute sich ein sichtlich gelöster Ballack auf seine Rückkehr an die Stamford Bridge.

“Der feine Unterschied” – Ein Buch sorgt für Aufsehen

30. August 2011 von redaktion

Nach der Veröffentlichung seiner Biographie nimmt Philip Lahm gemeinsam mit Bundestrainer Joachim Löw noch einmal Stellung zu dem umstrittenen Werk.

Ein Ziel hat Philip Lahm mit seinem Buch schon erreicht. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft belegt mit seiner viel diskutierten Biographie “Der feine Unterschied” den ersten Platz der Bestsellerliste bei Amazon. Einen Tag nach seinem Erscheinen ist das umstrittene Werk schon jetzt ein Verkaufsschlager im Internet. Angesichts der vorab in der BILD-Zeitung veröffentlichten durchaus brisanten Zeilen ist das auch nicht sonderlich verwunderlich. So richtig darüber freuen mag sich Lahm, der nach eigener Angabe nicht mit einem solchen Wirbel gerechnet hatte, allerdings nicht. “Mich hat die Art der Darstellung des Buches gestört, die ich so nicht gewollt habe. Man muss das Buch komplett lesen und nicht nur in Auszügen”, sagte der Nationalspieler auf der offiziellen Pressekonferenz des DFB vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich.

Hier äußerte sich auch Bundestrainer Joachim Löw zu Lahms umstrittener Biographie. “Gestern Abend gab es ein Gespräch, um uns einmal darüber zu unterhalten, wieso, weshalb und warum einige Dinge geschrieben worden sind. Ich habe ihm gesagt, dass ich es nicht glücklich finde, dass er in der Öffentlichkeit über andere Spieler und Trainer urteilt. Das steht niemandem zu”, erklärte Löw. Lahm habe aber keine Internas aus der Mannschaft preisgegeben. “Daher gab es für mich keinen Grund, ihn als Kapitän abzusetzen.” Das Verhältnis zwischen dem Bundestrainer und seinem Kapitän hat sich trotz des großen Wirbels scheinbar nicht verändert. “Philipp und ich hatten immer ein offenes Verhältnis. Wir haben uns stets ausgetauscht. Ich empfinde Philipp als ehrlich und authentisch. Ich halte die Äußerungen für falsch, aber das hat unser Vertrauensverhältnis nicht beeinflusst.”

Der Betroffene selbst zeigte sich einsichtig. “Der Trainer hat mir gesagt, dass es sich nicht gehört, über andere Trainer oder Ex-Trainer zu urteilen. Das wird nicht wieder vorkommen”, so der 27-Jährige, der bekräftigte, die Vorabveröffentlichungen würden seine Intention, das Buch zu schreiben nicht widerspiegeln. Er wollte aufzeigen, was es heutzutage bedeutet, Fußballprofi zu sein. Dass dazu auch der sensible Umgang mit den Medien gehört, dürfte Lahm nun endgültig begriffen haben.

Lahm entschuldigt sich und bleibt DFB-Kapitän

25. August 2011 von redaktion

Philipp Lahm hat auf die massive Kritik an der Veröffentlichung seines Buches „Der feine Unterschied“ reagiert. Der Deutsche Fußball Bund kündigte Gespräche an.

“Ich wollte Rudi Völler, Jürgen Klinsmann und andere Personen selbstverständlich nicht persönlich treffen oder gar beleidigen. Das tut mir leid. Für Missverständnisse, die auf diese Weise entstanden sind, entschuldige ich mich hiermit bei allen Beteiligten“, ließ Philip Lahm am Donnerstag in einer öffentlichen Erklärung verlauten. In den letzten Tagen hatten zahlreiche Trainer und Verantwortliche den 27-Jährigen für seine Äußerungen in seinem am Montag offiziell erscheinenden Buch kritisiert. Darin attackiert der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft seine früheren Trainer Jürgen Klinsmann, Rudi Völler, Felix Magath und Louis van Gaal. Ex-Teamchef Völler hatte Lahm daraufhin unter anderem fehlenden Anstand vorgeworfen und indirekt eine Reaktion von Seiten des DFB gefordert.

Die erfolgte nun heute in einem Bericht auf der offiziellen Homepage des Deutschen Fußball Bundes. “Unsere Nationalspieler müssen sich ihrer besonderen Verantwortung in der Öffentlichkeit bewusst sein. Dazu gehört auch der Respekt vor Persönlichkeiten des Fußballs, mit denen sie nicht immer einer Meinung waren oder sind. Die Aufgabe des DFB ist es allerdings auch, bei allen Aufgeregtheiten der heutigen Zeit die Dinge mit Augenmaß auf der Basis aller Fakten zu beurteilen. Philipp hat für mich den Fehler gemacht, dass er die durch die Vorab-Veröffentlichung seines Buches entstehende Eigendynamik und mögliche Interpretationen nicht richtig eingeschätzt hat“, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger, der sich gemeinsam mit Generalsekretär Wolfgang Niersbach, Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff nach eingehender Lektüre des Buchs von Lahm darauf verständigte, dass es in der kommenden Woche vor dem Länderspiel in Düsseldorf ein Gespräch der sportlichen Leitung mit Lahm und dem Spielerrat geben soll. Dabei soll unter anderem die Sensibilität im Umgang mit Interna aus dem Mannschaftskreis thematisiert werden.

“Es gibt einige Passagen in dem Buch, die mir nicht gefallen, weil hier ein Spieler einige Trainer, die lange und erfolgreich gearbeitet haben, öffentlich beurteilt. Auch darüber werden wir in der kommenden Woche sprechen“, sagte Joachim Löw. Die Kapitänsbinde wollen die Verantwortlichen Lahm trotz seiner Äußerungen allerdings nicht wegnehmen. “Wir wollen zwar mündige Spieler, die auch mal klar ihre Meinung sagen. Im konkreten Fall hat Philipp allerdings die Grenzen überschritten. Es war aber nach Bewertung des gesamten Buches für uns zu keinem Zeitpunkt ein Thema, Philipp als Kapitän abzusetzen, wie das schon von einigen spekuliert wurde“, so Oliver Bierhoff auf dfb.de.

Bayern erfüllt Pflicht – Entwarnung bei Gomez

24. August 2011 von redaktion

Der deutsche Rekordmeister gewinnt das Play-off-Rückspiel beim FC Zürich mit 1:0 und steht in der Gruppenphase der UEFA Champions League. Torschütze Mario Gomez muss zur Halbzeit raus.

Der FC Bayern München darf weiter vom Finale im eigenen Stadion träumen. Dank des Treffers von Mario Gomez in der 7. Minute war die Partie gegen den FC Zürich frühzeitig entschieden. Ausgerechnet der Torschütze musste zur Halbzeit mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt werden. Schon kurz darauf konnte Gomez allerdings Entwarnung geben. „Es ist wohl irgendwas eingeklemmt. Ein Nerv, oder so. Ich glaube, bis Samstag geht’s schon wieder.“

Davon geht auch Trainer Jupp Heynckes aus, der seinen Torjäger in der Pause durch Nils Petersen ersetzte. Der Neuzugang aus Cottbus ist nach der erneuten Verletzung von Ivica Olic (6-8 Wochen Pause) neben Gomez der einzige nominelle Stürmer im Kader der Münchner. Deshalb denkt man beim Rekordmeister nun über eine weitere Verpflichtung nach. „Es gibt jetzt eine Situation, die ich nicht haben wollte. Wir müssen überlegen, ob wir noch was machen. Ein neuer Spieler muss nicht nur fußballerisch klasse sein, sondern er muss zu uns passen und die deutsche Sprache sprechen“, so Jupp Heynckes nach der Partie in Zürich. Konkrete Kandidaten gibt es jedenfalls noch nicht.

Am Samstag gegen Kaiserslautern soll neben Gomez dann auch Arjen Robben wieder mit von der Partie sein. Der Niederländer wurde gegen Zürich wegen anhaltender Rückenprobleme und einer Schambeinentzündung geschont.

DFB nominiert Zieler

19. August 2011 von redaktion

Bundestrainer Joachim Löw hat Ron-Robert Zieler in den Kader für die anstehenden Länderspiele gegen Österreich und Polen berufen. Der 22-jährige Hannoveraner ersetzt den verletzten Rene Adler.

Im Moment läuft es so richtig rund für Ron-Robert Zieler. Zwei Auftaktsiege mit Hannover 96 in der Bundesliga, dazu der grandiose Europapokalabend mit dem 2:1-Erfolg gegen den FC Sevilla. Und nun wird der 22-Jährige auch noch für die deutsche Nationalmannschaft berufen. Beim EM-Qualifikationsspiel am 2. September gegen Österreich und den Test vier Tage später in Danzig gegen EM-Gastgeber Polen wird Zieler als Nummer 3 hinter Manuel Neuer und Tim Wiese dabei sein.

„Ron-Robert ist ein junger Torwart, der seit Anfang 2011 als Stammtorwart in der Bundesliga spielt, seit seinem ersten Einsatz zu Beginn der Rückrunde sehr, sehr gute Leistungen gebracht hat und an diese Form auch in der laufenden Saison nahtlos angeknüpft hat. Er hat großen Anteil daran, dass sein Verein Hannover 96 in die Europa-League-Qualifikation gekommen ist und damit gute Chancen hat, im attraktiven internationalen Geschäft dabei zu sein“, begründete Bundestorwarttrainer Andreas Köpke die Entscheidung auf der Homepage des DFB.

Für Zieler ist die Nominierung der vorläufige Höhepunkt seiner Profi-Karriere, die er im Alter von 16 Jahren bei Manchester United startete. Unter Sir Alex Ferguson reifte er auf der Insel zu einem Torhüter modernster Prägung. In Deutschland durchlief der gebürtige Kölner alle DFB-Jugendteams von der U 16 bis zur U 20. Mit der deutschen U 19-Nationalmannschaft wurde Zieler 2008 sogar Europameister. Seit 2010 steht er bei Hannover 96 zwischen den Pfosten.

„Die Nachricht ist großartig, ich freue mich natürlich riesig. Gerade auch die Begründung von Andreas Köpke für die Nominierung ehrt mich sehr. Ich werde sehr motiviert zur Nationalmannschaft fahren und in den Einheiten mein Bestes geben. Die Einladung empfinde ich als Ehre und Auszeichnung – gerade auch für Hannover 96“, freute sich Zieler über seine erste Nominierung für die A-Nationalelf.

Lahm kontert Kahn-Kritik

17. August 2011 von redaktion

Nach der heftigen Kritik von Oliver Kahn an den Führungsqualitäten von Bastian Schweinsteiger und Philip Lahm schlägt der Bayern-Kapitän nun zurück.

„Dazu brauche ich nicht Stellung zu nehmen. Was irgendein ehemaliger Spieler in irgendeinem Blog sagt, interessiert mich nicht, interessiert Bastian nicht und die Mannschaft nicht“, sagte Philip Lahm am Dienstag auf der Pressekonferenz der Münchner vor dem Champions League Qualifikationsspiel gegen den FC Zürich. Damit watscht der DFB-Kapitän seinen ehemaligen Mitspieler, mit dem er zweimal die deutsche Meisterschaft feiern konnte, öffentlich ab.

Kahn hatte der Spielergeneration um Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger in einem Beitrag auf der Internetseite von „Eurosport“ eine Mitschuld an der internationalen Titelflaute der deutschen Bundesligisten gegeben. „Hängt die Titellosigkeit nicht vielleicht mit einer Spielergeneration zusammen, deren Stellvertreter Phlipp Lahm und Bastian Schweinsteiger vehement leugnen, dass eine Mannschaft heutzutage echte Führungsspieler braucht?“, schrieb der ehemalige Welttorhüter. In dem Experten Blog kommt Kahn zu dem Schluss: „Ohne echte Führungsspieler werden die Bundesligaklubs noch lange auf internationale Titel warten müssen!“

Die öffentliche Kritik an seiner Person scheint Lahm allerdings nicht aus der Ruhe zu bringen. „Ich verspüre keine Wut. Ich habe mit den Aussagen überhaupt kein Problem, sehe der Sache ganz gelassen entgegen“, so der Bayern-Kapitän. Unterstützung bekommt Lahm von seinem Trainer. „Er wirkt nach innen und artikuliert sich nicht lautstark nach außen. Ich halte das für sehr gut. Man braucht nicht immer nach draußen zu poltern, um wahrgenommen zu werden“, sagte Jupp Heynckes über den Führungsstil seines Kapitäns.

Eines ist klar: Neue Freunde in München hat sich Oliver Kahn mit seinen Aussagen nicht gemacht. Aber das wollte der dreimalige Welttorhüter wohl auch gar nicht. Eine Aussprache zwischen dem aktuellen und dem ehemaligen Bayern-Kapitän scheint es jedenfalls nicht zu geben. Auf die Nachfrage, ob er sich mit Kahn in Verbindung gesetzt habe, antwortete Philip Lahm: „Nein, ich habe auch keine Nummer von ihm.“