Deutschland siegt in Brüssel

3. September 2010 von redaktion

Die deutsche Fußballnationalmannschaft startet mit einem 1:0 gegen Belgien in die Em-Qualifikation. Torschütze war der agile Miroslav Klose.

Nach der WM ist vor der EM. Für die deutschen Nationalspieler hat der Wettkampf um die Teilnahme am Endrundenturnier in Polen und der Ukraine begonnen. 2012 wollen sie den EM-Pokal nach Deutschland holen. Dafür muss der Grundstein schon jetzt gelegt werden.

In der ersten Halbzeit legten die Belgier vor heimischem Publikum ein hohes Tempo vor und wirbelten die deutsche Hintermannschaft ein ums andere Mal durcheinander. Doch die Präzision fehlte im Abschluss und so landete der finale Pass verlässlich bei den deutschen Abwehrspielern. Deutschland war noch nicht richtig im Spiel und beschränkte sich zunächst auf einige wenige Konter. Nach der Halbzeit nahmen die Jungs von Jogi Löw das Heft in die Hand und dominierten die Partie. Während die Belgier nun ihrerseits versuchten mit messerstichartigen Kontern zum Erfolg zu kommen, ließ Deutschland den Ball gefällig in den eigenen Reihen zirkulieren. Der Goldene Treffer in der 51. Minute für Deutschland war eine Koproduktion zweier WM-Helden. Müller steckte den Ball geschickt zwischen zwei belgischen Abwehrspielern durch und Klose vollendete souverän zum umjubelten Siegtreffer.

Deutschland startet also erfolgreich in die Mission Europameisterschaft. Zwar hat die Mannschaft noch nicht die Leichtigkeit, die ihr beim WM-Turnier die Herzen zufliegen ließ, doch ist die erste Hürde auf einem langen Weg gemeistert. Die Pause nach der WM war extrem kurz und die Spieler müssen erst wieder ihren Rhythmus finden. Dann dürfen wir auch wieder attraktiven Hurra-Fußball erwarten.

Während Übergangskapitän Philip Lahm Deutschland in Brüssel zum Erfolg führen durfte, muss der durch Löw bestätigte Kapitän Michael Ballack in der Leverkusener Heimat hart an sich arbeiten. Erst wenn er wieder optimale Leistungen bringt, darf er wieder das Trikot mit dem Adler auf der Brust überstreifen. Dass es auch ohne Ballack geht ist beruhigend zu sehen.

Sandhu Wurzer

Huntelaar und Jurado werden „Königsblaue“

31. August 2010 von redaktion

Der FC Schalke 04 wirbelt den Transfermarkt mächtig durch und hat wieder richtig satt hingelangt. Die Knappen haben sich die Dienste des niederländischen Nationalspielers Klaas-Jan Huntelaar (27) gesichert und obendrein noch den Spielmacher von Atlético Madrid, José Manuel Jurado (24), verpflichtet.

Der Abgang von Stürmer Kevin Kuranyi hat eine große Lücke hinterlassen. Das hat sich für die Schalker bereits schmerzlich herausgestellt. Daher bläst Trainer Felix Magath nun auf dem Transfermarkt noch einmal kräftig zur Attacke. Kurz bevor der Markt seine Tore schließt, nimmt er noch einmal einen Haufen Geld in die Hand und rüstet sein Team auf.

Für 14 Millionen Euro kommt der holländische Nationalstürmer Klaas-Jan Huntelaar und für den Spanier José Manuel Jurado müssen die Schalker noch einmal etwa 13 Millionen Euro auf den Tisch legen. Viel Geld, das gut investiert sein will. Sonst wird es schwer den Schalker Fans zu erklären warum man Spieler wie Bordon, Rafinha, Kuranyi und Westermann ziehen lies. Die beiden Neuzugänge haben zweifelsohne ihre Qualitäten und könnten den Schalkern den entscheidenden Schub in die richtige Richtung geben.

Huntelaars Vertrag in Mailand lief ursprünglich noch bis 2013. In 25 Einsätzen erzielte er sieben Tore für den AC. Davor stand er u.a. bei Real Madrid, Ajax Amsterdam und dem PSV Eindhoven unter Vertrag. In 36 Länderspielen machte der Angreifer 16 Tore für die Niederlande. Er ist ein Stürmer mit eingebauter Torgarantie und wurde in Holland zweimal Torschützenkönig, wobei er sensationell jeweils 33 Treffer erzielte.

Genau so einen braucht Schalke, einen Knipser, der eiskalt vollstreckt. Bei Schalke soll Huntelaar an der Seite von Raúl stürmen. Beide kennen sich schon aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Real Madrid, wo sie jedoch nur selten zusammen auf dem Platz standen. Bei den Knappen wird sich dies ändern. Aus dem Mittelfeld sollen sie von Jurado mit Vorlagen gefüttert werden.

Große Namen die sich der FC Schalke da einkauft. Qualität hat ihren Preis, verpflichtet aber auch. So muss die Mannschaft von Felix Magath schnell auf die Erfolgsspur zurückkehren. Sonst könnte es richtig ungemütlich auf Schalke werden.

Sandhu Wurzer

Felix der Baumeister

31. August 2010 von redaktion

Felix Magath und seine Schalker drehen weiter munter am Personalkarussell. Die Mannschaft wird generalüberholt und komplett neu zusammengeflickt. Dies sorgt für Kritik und erhitzt die Gemüter in einigen Fanlagern.

Es ist derzeit viel los auf Schalke. Zu viel für einige alteingesessene Fans. Felix Magath baut derzeit den ganzen Verein um, reißt die Stützpfeiler der Vergangenheit ein und schafft neue Strukturen wo er nur kann. Er verpasst Schalke ein komplett neues Gesicht und dies stößt, wie könnte es anders sein, bei einigen Anhängern auf Widerstand.

Das Gegrummel der Fangemeinde wird lauter und der Unmut bricht immer wieder durch. Die Anhänger sind gespalten. Einige sind erschrocken, da sie ihr eigenes Team nicht mehr wiedererkennen und appellieren an mehr Konstanz in der Personalpolitik. Andere stehen wie die Jünger des Messias hinter Felix Magath. Das Plakat „Vertraut Felix, ihr Deppen“, das beim vergangenen Heimspiel gegen Hannover 96 im Schalker Block auftauchte, beschreibt sehr treffend die derzeitige Stimmungslage auf Schalke. Die Fans sind sich uneinig.

Der Personalwirbel würde nicht halb so viel Beachtung finden, wenn die Schalker einen halbwegs akzeptablen Saisonstart hingelegt hätten. Doch bei zwei Niederlagen aus zwei Spielen, kochen die Gemüter schnell hoch und die alteingesessenen Schalker monieren derzeit völlig zu Recht die Transferpolitik des Vereins. Wichtige Stützen des Teams wurden abgegeben und dafür teure Altstars eingekauft, die ihrer Form hinterherlaufen. Leichtfertig wurden etwa Kuranyi, Rafinha, Bordon und Westermann ziehen gelassen. Im Gegenzug holte man Spieler wie Raúl und Metzelder von den „Königlichen“ aus Madrid oder Hans Sarpai aus Leverkusen. Keiner dieser Spieler konnte bisher die Erwartungen erfüllen. Im Gegenteil, sie sind noch überhaupt nicht in Gelsenkirchen angekommen und präsentieren sich derzeit als stümperhafte Wackelkandidaten. Nun hat sich Schalke auch noch die Dienste des Holländers Klaas-Jan Huntelaar gesichert. Der Stürmer kommt vom AC Mailand und soll für Durchschlagskraft im Schalker Angriff sorgen.

Felix Magath geht seinen Weg mit gewohnter Selbstverständlichkeit. Das Murren einiger Fans stört ihn wenig. Bislang hat ihm der Erfolg immer Recht gegeben, bei welchem Verein er sein Konzept auch immer einführte. Nun steht er aber schon nach zwei Spielen mächtig unter Druck und muss seine bunt zusammengewürfelte Truppe schnell in die richtige Spur bringen. Nur dann kehrt Ruhe auf Schalke ein.

Sandhu Wurzer

Ballack im Formtief

30. August 2010 von redaktion

Michael Ballack ist nach seiner 3-monatigen Verletzungspause weiter außer Form. Tiefpunkt seines bisherigen Engagements bei Bayer 04 Leverkusen ist die 3:6 Heimniederlage gegen Borussia Mönchengladbach.

Er steht zwar für Bayer auf dem Platz, aber das Spiel läuft an ihm vorbei. Er müht sich im Training ab, doch wenn es ernst wird folgt die Ernüchterung. Michael Ballack wirkt müde, fast als würde er sich über den Platz quälen. Er ist derzeit einfach nicht auf der Höhe des Geschehens.

Ist seine Zeit als Fußballer mit 33 Jahren um? Die Verantwortlichen von Chelsea London werden zumindest ihre Gründe gehabt haben, weswegen sie Ballack nicht weiter beschäftigen wollten. Die Chef-Etage von Bayer scheint sich dagegen immer noch mit Begriffen wie “Weltklasse” oder “torgefährlichster Mittelfeldspieler der Welt” schmücken zu wollen. Die Heimkehr von Ballack wurde als die Rückkehr des Messias gefeiert. Er sollte einer jungen Mannschaft das Siegergen einimpfen, er sollte sie führen und zwar zu Titeln. Derzeit ist an Führung nicht zu denken, muss Ballack doch erst mal seine eigene Form finden und sich festigen.

Im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach zeigte sich allzu deutlich, dass Ballack noch nicht in Leverkusen angekommen ist. Er wirkte verunsichert, verlor stümperhaft seine Zweikämpfe und spielte groteske Fehlpässe. Ganz zu schweigen von seiner Körpersprache. Er war immer ein Spieler, an dem sich die Mannschaftskameraden wieder aufrichten konnten wenn es mal nicht so lief, einer der voranging, der den Ton angab. Ein echter Leader halt. Diese Mentalität scheint wie weggeblasen.

Ballack kann einem derzeit regelrecht Leid tun. Schon in Dortmund quittierte das Publikum jede seiner Aktionen mit Pfiffen, die Gladbacher in der Bay-Arena setzten dieses Ritual nun fort. Ein seltsamer Umgang mit einem verdienten Nationalspieler. Hier zeigt sich eine perfide Freude am Untergang.

In seiner aktuellen Verfassung ist Michael Ballack kein Kandidat für die Nationalmannschaft. Daher ist die Entscheidung von Joachim Löw, ihn derzeit nicht zu berücksichtigen, richtig. Ballack muss einfach wieder zu 100 fit werden. Dann wird sich zeigen, ob seine Zeit vorbei ist, oder ob er an seine alte Leistungsstärke anknüpfen kann.

Sandhu Wurzer

Bayern verliert auf dem Betzenberg

27. August 2010 von redaktion

Der FC Bayern München unterliegt dem FC Kaiserslautern auf dem Betzenberg mit 0:2. Die Umjubelten Torschützen für den FCK waren Ivo Ilicevic und Srdjan Lakic.

Der Mythos Betzenberg lebt wieder. Einsatz, Leidenschaft und Kampf bis zur letzten Sekunde. Dies sind die Maxime, die das Handeln der „Teuflischen Kicker“ seit jeher bestimmen. Diese Tugenden warfen die Pfälzer gegen das Starensemble des FC Bayern in die Waagschale und zwangen den Rekordmeister völlig überraschend in die Knie.

Die erste richtig dicke Sensation der neuen Bundesligasaison ist perfekt. Die Bayern hätten das Spiel aber auch wahrlich zu ihren Gunsten entscheiden können. Sie ließen jedoch beste Torchancen ungenutzt und scheiterten reihenweise an dem überragenden FCK-Keeper Tobias Sippel. Wer die Tore vorne nicht macht, bekommt sie hinten. Der FC Bayern musste dies besonders schmerzlich erfahren. Noch vor der Halbzeit sorgte ein Doppelschlag der Pfälzer für das sensationelle 2:0. Innerhalb von 66 Sekunden gelang den Lauterern, was die Bayern in 90 Minuten nicht zustande brachten.

Die Bayern sind also vorerst entthront. Seit dem Champions-League-Finale im Mai hatten sie kein Pflichtspiel mehr verloren. Und nun ausgerechnet gegen den Aufsteiger aus Kaiserslautern. Die Mannschaft von Marco Kurz klettert durch den Sieg sogar an die Tabellenspitze und kann zumindest über Nacht den Blick über Fußballdeutschland von ganz oben genießen.

Es bleibt abzuwarten ob der Raketenstart des FCK nur ein Strohfeuer ist, oder auf solidem Fundament ruht. Fakt ist: Die „Roten Teufel“ sorgen für mächtig Schwung in der Anfangsphase der Bundesligasaison.

Die Bayern werden sich von der Niederlage erholen, keine Frage. Und vielleicht wird schon Werder Bremen am nächsten Spieltag die geballte Wut des deutschen Rekordmeisters zu spüren bekommen.

Sandhu Wurzer

Diego wechselt nach Wolfsburg

26. August 2010 von redaktion

Der Wechsel von Mittelfeldstar Diego von Juventus Turin zum VfL Wolfsburg ist beschlossene Sache. Es fehlt nur noch die Unterschrift des Brasilianers unter einen Vertrag bei den Wölfen.

Diego kommt zurück in die Bundesliga. Das ist eine gute Nachricht für alle Fußballästheten hierzulande. Nachdem Mesut Özil der Bundesliga den Rücken kehrte, dürfen sich die deutschen Fußballfans über die Rückkehr des Weltstars Diego besonders freuen.

Juve und der VfL sind sich einig, Diego wird für ungefähr 15 Millionen Euro in die VW-Stadt wechseln. Den ersten Teil der sportmedizinischen Untersuchung hat der Brasilianer bereits erfolgreich bei den Wolfsburgern absolviert. Geht alles glatt über die Bühne, dann könnte Diego sogar schon am kommenden Wochenende (28.08.10) gegen Mainz für die Wölfe auflaufen. Wie gesagt, es fehlt nur noch die Unterzeichnung des Vertrags.

Der brasilianische Mittelfeldzauberer ist die Verkörperung von attraktivem Spaßfußball, Eleganz und Spektakel. Jahrelang war er der alles bestimmende Mann im Bremer Mittelfeld, bis Juventus Turin ihn der Bundesliga entriss. Er ist einer der Spieler, die eine Partie im Alleingang entscheiden können und die durch ihre Klasse die Menschenmassen in die Stadien locken. Vielleicht gibt dies der eher „verschlafenen“ Wolfsburger Fangemeinde mal einen Schub.

Kommt Diego, darf die aktuelle Nummer 10 des VfL, Zvjezdan Misimovic, den schon seit längerem Abwanderungsgedanken umtreiben, den Verein endlich verlassen. Schalke 04 und Galatasaray Istanbul umgarnen den Bosnier. Ein Wechsel zu seinem Mentor aus gemeinsamen Wolfsburger Zeiten, Felix Magath, nach Schalke, ist am wahrscheinlichsten.

Diego kommt also zurück in die Bundesliga. Und mit ihm hoffentlich wieder mehr spielerische Leichtigkeit, Freude am Fußball und das gewisse Etwas, das eine graue Bundesligapartie zu einer denkwürdigen Partie veredelt.

Sandhu Wurzer

Der Fall Demichelis

25. August 2010 von redaktion

Martin Demichelis steht vor dem Aus beim deutschen Rekordmeister Bayern München. Die über viele Jahre hinweg gute Zusammenarbeit scheint ein unrühmliches Ende zu finden.

Was darf sich ein Spieler erlauben? Und wann überschreitet das Gebaren der Führungsriege eines Vereins die Grenzen des guten Geschmacks? Der FC Bayern und sein Spieler Martin Demichelis legen derzeit eine gefährliche Gradwanderung hin. Eine Gradwanderung? Nein, eigentlich sind beide Seiten schon längst abgestürzt.

Der Argentinier spielt derzeit die Rolle des Beleidigten. Er wollte gegen Wolfsburg nicht auf der Reservebank Platz nehmen und bat darum dann doch lieber ganz aus dem Kader gestrichen zu werden. Im Gegenzug konterte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer aus der Führungsetage, dass Demichelis die Nase schon lange zu hoch trage. Er wolle am liebsten “mit Krawatte spielen”, so der Kaiser über einen Spieler, der viele Jahre Topleistungen für den FCB abgeliefert hat.

Darf ein Spieler die ihm vom Trainer zugeteilte Bank verweigern? Darf die Vereinsführung, und sei es auch der Ehrenpräsident, so über einen Spieler herziehen? Ein doppeltes Nein. Die Zeichen stehen auf Trennung, denn Martin Demichelis wird bei dem Disziplinvirtuosen Louis Van Gaal wohl kaum noch Berücksichtigung finden. Und außerdem will der argentinische Nationalspieler ohnehin das Weite suchen. Und zwar so schnell wie möglich. Tief gekränkt zieht er von dannen und lässt 7 Jahre FC Bayern hinter sich. So zumindest der Plan und es wird ihn wohl kaum jemand aufhalten.

Demichelis wird angeblich von Italiens Rekordmeister Juventus Turin, dem englischen Champion FC Chelsea und Atlético Madrid umworben. Als mögliche Ablösesumme sind zwölf Millionen Euro im Gespräch. Der FC Bayern wird nun natürlich versuchen aus dem „ungeliebten Sohn“ noch möglichst viel Kapital zu schlagen. Schade nur, dass es nach den vielen erfolgreichen Jahren im Bayerntrikot für Martin Demichelis nun zu einem solch bitteren Abgang kommt.

Sandhu Wurzer

Bremen überlebt den Hexenkessel von Genua

24. August 2010 von redaktion

Werder Bremen erkämpft sich ein 2:3 bei Sampdoria Genua und zieht damit in die Gruppenphase der Champions League ein. Die Hanseaten dürfen sich über eine Einzugsprämie von 15 Millionen Euro freuen. Genua bleibt nur der Trostpreis Europaliga.

Kurz vor dem Rückspiel hagelte es im Bremer Quartier Hiobsbotschaften. Neben dem verletzten Naldo fielen auch noch Aaron Hunt und Hugo Almeida aus. Dennoch reisten die Bremer ob des 3:1 Hinspiels mit breiter Brust nach Genua. Doch was sie dort erwarteten sollte werden die Spieler von Thoma Schaaf wohl nicht so schnell vergessen.

Sampdoria Genua legte los wie die Feuerwehr und überrannte die Bremer, die zunächst völlig von der Rolle waren. Kein Mumm, kein Selbstvertrauen, keine Spielkultur. Das, was Bremen in den ersten 45 Minuten ablieferte, war gar nichts. Die 4:1 Niederlage vom Bundesligastart gegen Hoffenheim schien noch in den Köpfen der Spieler herum zu spuken. So ängstlich und zurückhaltend agierten sie. Dabei wollte man doch mutig nach vorne spielen, sich Torchancen herausspielen, den Gegner zu Fehlern zwingen. Dies taten jedoch nur die Spieler von Sampdoria.

Auch der zweite Durchgang war von Bremen nicht viel besser. Genua dominierte weiterhin die Partie und so stand es folgerichtig nach 90 Minuten 3:0. Bremen war raus, aus und vorbei der Traum von der Champions League. Doch dann setzte Markus Rosenberg noch einmal zu einem Sprint an und drosch den Ball wütend ins lange Eck. Das war die Erlösung für Bremen. 90 Minuten hatten sie kaum etwas zu Stande gebracht, doch nun hatten sie sich mit einem blauen Auge in die Verlängerung gerettet.

Mit dem psychologischen Vorteil im Rücken war Bremen in der Verlängerung plötzlich das dominierende Team und drängte auf die Entscheidung. Für die sorgte Claudio Pizarro nach super Vorarbeit von Marko Marin in der 100. Minute mit einem energischen Flachschuss.

Bremen zieht also noch einmal den Kopf aus der Schlinge. Beinahe hätten sie die Teilnahme an der Champions League noch verspielt. Nun dürfen sie aber wieder im Konzert der Großen mitspielen. Es ist aber eine deutliche Leistungssteigerung von Nöten, wenn die Bremer nicht zu Kanonenfutter in der Königsklasse werden wollen. Besonders für die Abwehr wird noch eine Verstärkung gesucht bevor der Transfermarkt seine Tore endgültig schließt. Gelingt es den Bremern, die Lücken im Abwehrverbund zu schließen, dürfen sich die Werderfans wieder auf magische Europanächte im heimischen Weserstadion freuen.

Sandhu Wurzer

Dortmund mit Auftaktniederlage gegen Leverkusen

23. August 2010 von redaktion

Der BVB unterliegt Bayer 04 Leverkusen im heimischen Signal Iduna Park mit 0:2. Leverkusen dominierte das Spiel, Rückkehrer Michael Ballack blieb indes blass.

Von Europas Bühne zurück in den harten Bundesligaalltag. Dieser Schritt ist nicht immer leicht. Nach dem überzeugenden 4:0 Sieg des BVB in der Europa-League-Quali gegen Qarabak Agdam folgte in der Bundesliga die Ernüchterung. Den Dortmundern war bewusst, dass Leverkusen ein anderes Kaliber sein würde als der Gegner aus Aserbaidschan. Dennoch konnte die Mannschaft von Jürgen Klopp die Niederlage nicht abwenden.

Die Werkself aus Leverkusen dominierte das Geschehen und wusste durch spielerische Überlegenheit zu glänzen. Und das obwohl Michael Ballack noch kaum zu sehen war. Er überließ es seinen Mannschaftskameraden Ranato Augusto, Arturo Vidal und Tranquillo Barnetta zu glänzen und zog unauffällig die Fäden im defensiven Mittelfeld. Von Ballack wird zukünftig mehr kommen müssen wenn er an frühere Leverkusener Zeiten anknüpfen will. Es wird von ihm mehr kommen müssen, wenn er wieder Kapitän in der deutschen Nationalmannschaft werden möchte. Jogi Löw, der beim Spiel gegen Dortmund im Stadion war, kann den Auftritt von Ballack zumindest kaum als Bewerbungsschreiben verbuchen. Ballack braucht ganz einfach noch Zeit und Spiele um richtig fit zu werden. Dann wird er seine herausragenden Qualitäten auch wieder unter Beweis stellen.

Dortmund ist noch längst nicht am Ziel seiner Träume, das hat die Partie gezeigt. Gegen eine gute Bundesligamannschaft zu bestehen ist nun mal etwas anderes als ein unterklassiges Team aus Aserbaidschan vorzuführen. Da kommt eine Menge Arbeit auf Jürgen Klopp und sein Team zu, zumal die nächsten Gegner in der Bundesliga Stuttgart, Wolfsburg und Schalke heißen. Der Sprung in die Europaliga ist den Dortmundern so gut wie sicher. Die Kunst, die eine Spitzenmannschaft beherrscht, ist es aber gleichzeitig auf mehreren Hochzeiten erfolgreich zu „tanzen“.

Sandhu Wurzer

Das Duell das keins war

22. August 2010 von redaktion

Der HSV schlägt Schalke 04 am ersten Spieltag der Bundesligasaison 2010/11 dank seines Holländers Ruud van Nistelrooy mit 2:1. Der Schalker Raul blieb indes blass.

Ruud van Nistelrooy war ohne Zweifel der Mann des Spiels. Er spielte ganz groß auf und erzielte zwei Tore, die letztendlich die drei Punkte für den HSV sicherten.

Vor dem Spiel war viel von dem Duell van Nistelrooy gegen Raul gesprochen worden. Beide spielten gemeinsam bei Real Madrid und gehören nach wie vor zu den ganz großen Gestalten des Weltfußballs. Ein hochklassiges Duell wurde also erwartet. Doch ein Duell gab es nicht.

Für ein Duell braucht es zwei Akteure, Raul war jedoch kaum auf dem Platz auszumachen. Man merkt ihm deutlich an, dass er noch nicht die nötige Fitness hat und ihm die Bindung zum Spiel der Schalker noch fehlt. Anstelle sich mit dem schwachen Raul duellieren zu können, brannte „Van the Man“, wie der Holländer des HSV liebevoll genannt wird, eine One Man Show ab. Keiner vermochte ihn zu stoppen, so zielstrebig und energisch ging er zu werke.

„Van“ ist wieder richtig hungrig auf Tore und Erfolge, das merkt man in jeder Szene. Er hat sich all das erarbeitet, was dem Spanier Raul noch fehlt. Er hat sich zu 100 Prozent fit gemacht, hat eine super Vorbereitung abgeliefert und sich dabei mit seinen Mitspielern perfekt eingespielt. Nun greifen die Automatismen und die logische Konsequenz sind bei van Nistelrooy Tore.

Der HSV kann sich glücklich schätzen den Holländer in seinen Reihen zu wissen. Denn ein van Nistelrooy in Topform macht den Unterschied.

Sandhu Wurzer