Bremen überlebt den Hexenkessel von Genua

24. August 2010 von redaktion

Werder Bremen erkämpft sich ein 2:3 bei Sampdoria Genua und zieht damit in die Gruppenphase der Champions League ein. Die Hanseaten dürfen sich über eine Einzugsprämie von 15 Millionen Euro freuen. Genua bleibt nur der Trostpreis Europaliga.

Kurz vor dem Rückspiel hagelte es im Bremer Quartier Hiobsbotschaften. Neben dem verletzten Naldo fielen auch noch Aaron Hunt und Hugo Almeida aus. Dennoch reisten die Bremer ob des 3:1 Hinspiels mit breiter Brust nach Genua. Doch was sie dort erwarteten sollte werden die Spieler von Thoma Schaaf wohl nicht so schnell vergessen.

Sampdoria Genua legte los wie die Feuerwehr und überrannte die Bremer, die zunächst völlig von der Rolle waren. Kein Mumm, kein Selbstvertrauen, keine Spielkultur. Das, was Bremen in den ersten 45 Minuten ablieferte, war gar nichts. Die 4:1 Niederlage vom Bundesligastart gegen Hoffenheim schien noch in den Köpfen der Spieler herum zu spuken. So ängstlich und zurückhaltend agierten sie. Dabei wollte man doch mutig nach vorne spielen, sich Torchancen herausspielen, den Gegner zu Fehlern zwingen. Dies taten jedoch nur die Spieler von Sampdoria.

Auch der zweite Durchgang war von Bremen nicht viel besser. Genua dominierte weiterhin die Partie und so stand es folgerichtig nach 90 Minuten 3:0. Bremen war raus, aus und vorbei der Traum von der Champions League. Doch dann setzte Markus Rosenberg noch einmal zu einem Sprint an und drosch den Ball wütend ins lange Eck. Das war die Erlösung für Bremen. 90 Minuten hatten sie kaum etwas zu Stande gebracht, doch nun hatten sie sich mit einem blauen Auge in die Verlängerung gerettet.

Mit dem psychologischen Vorteil im Rücken war Bremen in der Verlängerung plötzlich das dominierende Team und drängte auf die Entscheidung. Für die sorgte Claudio Pizarro nach super Vorarbeit von Marko Marin in der 100. Minute mit einem energischen Flachschuss.

Bremen zieht also noch einmal den Kopf aus der Schlinge. Beinahe hätten sie die Teilnahme an der Champions League noch verspielt. Nun dürfen sie aber wieder im Konzert der Großen mitspielen. Es ist aber eine deutliche Leistungssteigerung von Nöten, wenn die Bremer nicht zu Kanonenfutter in der Königsklasse werden wollen. Besonders für die Abwehr wird noch eine Verstärkung gesucht bevor der Transfermarkt seine Tore endgültig schließt. Gelingt es den Bremern, die Lücken im Abwehrverbund zu schließen, dürfen sich die Werderfans wieder auf magische Europanächte im heimischen Weserstadion freuen.

Sandhu Wurzer