“Der feine Unterschied” – Ein Buch sorgt für Aufsehen

30. August 2011 von redaktion

Nach der Veröffentlichung seiner Biographie nimmt Philip Lahm gemeinsam mit Bundestrainer Joachim Löw noch einmal Stellung zu dem umstrittenen Werk.

Ein Ziel hat Philip Lahm mit seinem Buch schon erreicht. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft belegt mit seiner viel diskutierten Biographie “Der feine Unterschied” den ersten Platz der Bestsellerliste bei Amazon. Einen Tag nach seinem Erscheinen ist das umstrittene Werk schon jetzt ein Verkaufsschlager im Internet. Angesichts der vorab in der BILD-Zeitung veröffentlichten durchaus brisanten Zeilen ist das auch nicht sonderlich verwunderlich. So richtig darüber freuen mag sich Lahm, der nach eigener Angabe nicht mit einem solchen Wirbel gerechnet hatte, allerdings nicht. “Mich hat die Art der Darstellung des Buches gestört, die ich so nicht gewollt habe. Man muss das Buch komplett lesen und nicht nur in Auszügen”, sagte der Nationalspieler auf der offiziellen Pressekonferenz des DFB vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich.

Hier äußerte sich auch Bundestrainer Joachim Löw zu Lahms umstrittener Biographie. “Gestern Abend gab es ein Gespräch, um uns einmal darüber zu unterhalten, wieso, weshalb und warum einige Dinge geschrieben worden sind. Ich habe ihm gesagt, dass ich es nicht glücklich finde, dass er in der Öffentlichkeit über andere Spieler und Trainer urteilt. Das steht niemandem zu”, erklärte Löw. Lahm habe aber keine Internas aus der Mannschaft preisgegeben. “Daher gab es für mich keinen Grund, ihn als Kapitän abzusetzen.” Das Verhältnis zwischen dem Bundestrainer und seinem Kapitän hat sich trotz des großen Wirbels scheinbar nicht verändert. “Philipp und ich hatten immer ein offenes Verhältnis. Wir haben uns stets ausgetauscht. Ich empfinde Philipp als ehrlich und authentisch. Ich halte die Äußerungen für falsch, aber das hat unser Vertrauensverhältnis nicht beeinflusst.”

Der Betroffene selbst zeigte sich einsichtig. “Der Trainer hat mir gesagt, dass es sich nicht gehört, über andere Trainer oder Ex-Trainer zu urteilen. Das wird nicht wieder vorkommen”, so der 27-Jährige, der bekräftigte, die Vorabveröffentlichungen würden seine Intention, das Buch zu schreiben nicht widerspiegeln. Er wollte aufzeigen, was es heutzutage bedeutet, Fußballprofi zu sein. Dass dazu auch der sensible Umgang mit den Medien gehört, dürfte Lahm nun endgültig begriffen haben.