Alle Artikel in der Kategorie ‘DFB-Pokal’

Die Bayern am Boden

3. März 2011 von redaktion

Der Rekordmeister unterliegt im DFB-Pokal Halbfinale Schalke 04 mit 0:1 und steht nun vor einer Saison ohne Titel.

Es sind die Wochen der Wahrheit für den FC Bayern München. Doch eben diese Wahrheit hatte man sich beim Rekordmeister nach dem 1:0 Erfolg bei Inter Mailand gänzlich anders vorgestellt. Mit einem Sieg im Hinspiel des Champions League Achtelfinals waren die Münchner in diese entscheidende Phase der Saison gestartet. Doch nur eine Woche und zwei Heimniederlagen später steht der FC Bayern vor einem Scherbenhaufen. Sowohl der DFB-Pokal als auch die deutsche Meisterschaft kann die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal nach den Misserfolgen gegen Dortmund und Schalke abhaken. „Wir sind sehr enttäuscht. Keine Meisterschaft und kein Pokalsieg bedeutet eine schlechte Saison“, so Bayern Kapitän Philipp Lahm.

In der Bundesliga rangiert der Rekordmeister im Moment auf Platz 4. Beim Drittplatzierten aus Hannover müssen die Bayern am Wochenende unbedingt gewinnen. Ansonsten rückt auch das vom Vorstand ausgegebene Minimalziel „Champions League Qualifikation“ in weite Ferne. „Wir haben nur noch Finalspiele bis zum Ende der Saison, nun Hannover, das Heimspiel gegen Hamburg und dann Inter Mailand“, stellt Karl-Heinz Rummenigge klar. Der Vorstandsvorsitzende gibt die Marschrichtung für die nächsten Wochen vor: „Das werden allesamt schwere Spiele, und wir tun gut daran, jetzt von Spiel zu Spiel zu denken.“ Also erst einmal volle Konzentration auf Hannover. Sollte es aber auch hier nichts werden mit einem Dreier, dann muss sich Trainer Louis van Gaal wohl ernsthaft Sorgen um seinen Job machen. Der eigenwillige Niederländer hat zuletzt viel Kredit verspielt bei den Bayern-Bossen. Und wenn die Qualifikation zur Champions League ernsthaft in Gefahr gerät, hört der Spaß bei Uli Hoeneß und Co. definitiv auf. Das musste im April 2009 auch Jürgen Klinsmann spüren, der damals kurz vor Saisonende von Jupp Heynckes ersetzt wurde. Momentan hält der Vorstand allerdings noch die Füße still und vertraut auf van Gaal. „Das ist unser erklärtes Ziel, dass wir keine Unruhe machen werden und eben ruhig bleiben“, so Karl-Heinz Rummenigge. Mal sehen, wie lange dieser Zustand tatsächlich andauern wird.


Van Bommel und der FC Bayern siegen

27. Januar 2011 von redaktion

Der deutsche Rekordmeister hat mit einem souveränen Erfolg gegen Alemannia Aachen das Halbfinale im DFB-Pokal erreicht. Auch Ex-Kapitän Mark van Bommel gewinnt mit seinem neuen Verein AC Mailand das Viertelfinale im italienischen Pokalwettbewerb.

Es ging alles verdammt schnell. Am Dienstag hatte sich Mark van Bommel auf der Geschäftstelle des FC Bayern mit den Oberen des Vereins zum Gespräch getroffen und darin um seine sofortige Freigabe gebeten. Karl-Heinz Rummenigge und Co legten dem 33-jährigen keine Steine in den Weg und kamen seiner Bitte nach. „Der FC Bayern München wünscht Mark van Bommel und seiner Familie alles Gute für die Zukunft in Italien“, ließ der Vorstandsvorsitzende nach dem Gespräch verlauten. Und so war die Ära van Bommel nach 4 ½ Jahren in München blitzartig beendet. Kurz und schmerzlos könnte man sagen. Als Bayern-Kapitän hatte der Niederländer die Geschäftsstelle betreten, als Neuzugang des AC Mailand verlassen.

Nur einen Tag später feierte van Bommel im Viertelfinale der Coppa Italia beim 2:1-Erfolg gegen Sampdoria Genua ein erfolgreiches Debüt im Trikot der Mailänder. Mit seiner neuen Situation ist der Holländer mehr als zufrieden. „Der AC Mailand ist einer der größten Vereine der Welt“, äußert sich van Bommel auf der Homepage seines neuen Clubs und fügt hinzu: „Ich spiele sehr gerne für Milan.“ Der Wechsel aus „sportlichen Gründen“ scheint für den ehrgeizigen Vize-Weltmeister eine echte Erleichterung zu sein. Das Verhältnis zu seinem Ex-Coach galt zuletzt als gestört. Louis van Gaal sah beim Rekordmeister anscheinend keine große Perspektive mehr für seinen ehemaligen Kapitän. Dass es auch ohne van Bommel geht, bewiesen die Münchner beim souveränen 4:0-Sieg gegen Alemannia Aachen. Ottl und Pranjic spielten im defensiven Mittelfeld hinter Bastian Schweinsteiger und sie machten ihre Sache gut. Philip Lahm übernahm die Binde und wird den FC Bayern in Zukunft als Kapitän anführen. Es scheint so, als gäbe es bei dem Wechsel von Mark van Bommel zu Milan nur Gewinner. Ein bisschen Wehmut ist beim Niederländer allerdings doch dabei. „Der FC Bayern München wird immer einen großen Teil meines Herzen einnehmen“, so van Bommel.


Verkehrte Welt

28. Oktober 2010 von redaktion

Was war das für eine turbulente 2. Runde im DFB-Pokal. Gleich mehrere Bundesligisten scheiterten an unterklassigen Teams. Darunter auch der Spitzenreiter der höchsten deutschen Spielklasse Mainz 05 und der Tabellenzweite Borussia Dortmund. Ja, ja. Der Pokal hat eben seine eigenen Gesetze. Das war so, das ist so und das wird auch immer so bleiben.

Am bittersten bekam das sicherlich Leverkusens Patrick Helmes zu spüren. Der verschoss im Bundesliga-Duell mit Gladbach gleich zwei Elfmeter und trug so maßgeblich zum Ausscheiden der Werkself bei. Auch Werders Arnautovic wird wohl noch etwas länger an das Spiel gegen die Bayern zurück denken. Der extrovertierte Österreicher vergab in der zweiten Halbzeit gleich mehrere 100%tige Chancen zur Bremer Führung. Dafür bekam Arnautovic kurz darauf eine kostenlose Lehrstunde in Sachen Präzision von Münchens Bastian Schweinsteiger, der mit seinem 30-Meter-Hammer für den glücklichen Einzug ins Achtelfinale sorgte. Und wo wir gerade bei Lehrstunden sind. Die erlebte auch der Hamburger SV am Mittwochabend in Frankfurt. Ohne große Gegenwehr gingen die Rothosen mit 2:5 bei der Eintracht unter. Coach Armin Veh war mit Grippe im Hotel geblieben. Der Trainer ahnte wohl schon, dass es ein Tag zum im Bett bleiben werden sollte. Aber ein Gutes hat das frühe Ausscheiden ja doch. Nun können sich die Hamburger ganz auf die Bundesliga konzentrieren.

Das gleiche gilt auch für Tabellenführer Mainz 05. Nach dem bitteren Aus am Aachener Tivoli können sich Thomas Tuchel und seine Elf ganz dem Titelkampf in der Bundesliga widmen. Auch wenn davon am Bruchweg mit Sicherheit niemand etwas hören will. Der Trainer jedenfalls war schon während der Partie mehr als aufgebracht und musste kurz vor Schluss wegen Meckerns sogar auf die Tribüne. Der junge Mainzer Übungsleiter wird seinem Vorgänger und jetzigen Dortmund-Trainer Jürgen Klopp immer ähnlicher. „Kloppo“ musste beim Elfmeter-Aus gegen Drittligist Offenbach zwar nicht die Coaching Zone verlassen, einige Nerven hatte ihn der Auftritt seiner Borussia allerdings gekostet. Da passt es doch nur ins Bild das die beiden Pokalverlierer nun am kommenden Bundesligaspieltag aufeinander treffen. Dann geht es am Mainzer Bruchweg um nicht weniger als die Tabellenführung. Und die ist doch nun wirklich wichtiger, als so ein schnöder Pokal.


Bayern gewinnt den DFB-Pokal

17. Mai 2010 von redaktion

Der FC Bayern München schlägt Werder Bremen im Finale des DFB-Pokals mit 4:0. Die Münchener holen damit zum 15. Mal den Pokal an die Isar.

Die bajuwarische Erfolgswelle rollt weiter. Die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal, der bereits in Holland und Spanien Pokalsieger wurde, scheint niemand mehr stoppen zu können. Der Finalgegner aus Bremen wurde im ausverkauften Berliner Olympiastadion nach allen Regeln der Kunst auseinander genommen.

Eine Mannschaft ist immer nur so gut, wie es der Gegner zulässt. Die Bremer ließen ihren Gegner über weite Phasen des Spiels gewähren und dieser dankte es den Hanseaten mit einem Feuerwerk des Kombinationsfußballs. Bereits ab der 70. Minute wurde jeder Pass der Bayern mit einem begeisterten „Olé“ aus dem Münchener Fanblock gefeiert – eine Demütigung für Bremen. Auch die überharten Frustfouls von Frings und Borowski konnten den Münchener Spaßfußball nicht lahm legen. Ganz klar diese Bayern spielen momentan in einer anderen Liga.

Nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft bedeutet der Pokalsieg von Berlin, dass Arjen Robben und Co. bereits das Double feiern können. Doch nicht zu ausgiebig, denn die Spieler um den brillanten Holländer wollen sich nun auch noch die europäische Fußballkrone aufsetzen. Nichts Geringeres als der bedeutendste Vereinstitel überhaupt soll es sein. Die Bayern schielen begierig auf das Champions League Finale gegen Inter Mailand im Estadio Santiago Bernabeu zu Madrid. Mit einem Sieg gegen die Italiener würden sie als erste deutsche Vereinsmannschaft in der Fußballgeschichte das Triple perfekt machen. Meisterschaft, Pokalsieg und Champions-League-Triumph, was wäre das für eine unglaubliche Saison. Die Bayern sind gewappnet den europäischen Fußballolymp zu erklimmen und in der aktuellen Form ist ihnen alles zuzutrauen.

Sandhu Wurzer


Bayern mit dem Fokus auf alles

29. April 2010 von redaktion

Champions League, Meisterschaft und DFB-Pokal. Die Bayern sind dank Trainer Louis van Gaal auf Triple-Kurs.

Es könnte die ganz große Saison des FC Bayern werden. In der Bundesliga haben die Münchner schon eine Hand an der Meisterschale und können sich nur noch selbst schlagen. Das Ticket für das DFB-Pokalfinale in Berlin ist bereits gebucht und nun hat die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal auch noch das Finale der Champions League erreicht.

Beeindruckend ist die Selbstverständlichkeit, mit der die Spieler zu Werke gehen. Die Dreifachbelastung hat sie nicht belastet, sondern beflügelt. Fußball wird derzeit nicht gearbeitet, sondern zelebriert. Besonders der bärenstarke Sieg in Lyon war Anschauungsunterricht für modernen Fußball. Schnell, direkt, zielstrebig, einfach attraktiv. Mit dem 3:0 war Lyon noch gut bedient. Der FC Bayern hingegen darf im Finale der Königsklasse gegen Inter Mailand antreten und im Estadio Bernabéu zu Madrid um die bedeutsamste Vereinstrophäe der Welt spielen.

Immer deutlicher zeichnet sich Trainer van Gaals Handschrift ab. Der Holländer ist ein Disziplin-Virtuose. Zu Tisch gibt es eine festgeschriebene Sitzordnung und die Spieler dürfen sich nur in einer bestimmten Reihenfolge am Essensbüffet bedienen. Diese klaren Regelungen durchziehen wie ein roter Faden das Handeln und Wirken des van Gaal und sind stets oberstes Gebot. Der Trainer erscheint dabei weise, gleich einem Übervater, der den Spielern wie kleinen Kindern die Grenzen aufzeigt um ihnen Halt und Orientierung zu geben. Bei so viel Klarheit kann sich jeder voll und ganz auf seine eigentliche Aufgabe konzentrieren. Dies spiegelt sich immer mehr auf dem Rasen wider. Die Bayern treten überzeugend wie selten auf und demonstrieren mannschaftliche Geschlossenheit und absoluten Siegeswillen. Der Spagat zwischen den drei Wettbewerben ist letztendlich nur eine Frage des Fokus. Der Fokus auf alles ist bei Bayern der Fokus auf das Wesentliche. Und das Wesentliche sind drei Titel.

Sandhu Wurzer


Große Spieler entscheiden große Spiele

7. April 2010 von admin

Mit einem fulminanten Treffer sorgt Arjen Robben gegen Manchester United für den Einzug ins Halbfinale der Champions League. Der FC Bayern darf dank des Holländers weiter vom Endspiel in Madrid träumen.

Es sind diese Momente, die einen großen Spieler ausmachen. Momente, in denen etwas Besonderes passiert und in denen alles entschieden wird.
Es läuft die 74. Spielminute und der FC Bayern steht beim Spielstand von 1:3 gegen Manchester vor dem Ausscheiden aus der Königsklasse. Da sorgt Arjen Robben mit einem Geniestreich für das alles erlösende Tor für die Münchner.
Das Szenario: Frank Ribery schlägt einen Eckball gefühlvoll auf Höhe der Sechzehnmeterlinie. Dort wartet Robben und hämmert den Ball mit einem eleganten Volleyschuss an Freund und Feind vorbei ins linke untere Eck. Ein Traumtor und dazu noch so wichtig.
Große Spieler entscheiden große Spiele, so besagt es eine abgedroschene Fußball-Floskel. Und wirklich. Arjen Robben lässt derzeit die Herzen aller Fußball-Poeten, die sich gerne mit derlei Floskeln brüsten, höher schlagen. Er ist der absolute Superstar des FC Bayern. Ein Spieler, bei dem weltweit die Fußballästheten mit der Zunge schnalzen und sich in Schwärmereien verlieren. Und er ist, das stellt er eindrucksvoll unter Beweis, der alles entscheidende Mann beim deutschen Rekordmeister. Ganz als würde ihn sein besonderes Talent treiben, sucht er immer wieder die entscheidenden Situationen und vollstreckt dann eiskalt.
Viele starke Spieler tauchen in den entscheidenden Spielen ab; dann, wenn sie besonders gefragt sind Akzente zu setzen. Dies ist eine Charakterfrage und unterscheidet gute Spieler von großen Spielern. Arjen Robben ist ein großer Spieler. Diesen Nimbus hat er sich durch eine Vielzahl von entscheidenden Treffern gesichert. Es mag unauffällige Spiele von ihm geben. Doch wenn es wirklich darauf ankommt, ist er da. Im DFB-Pokal Halbfinale schloss er in den letzten Zügen der Verlängerung ein Turbosolo über den ganzen Platz mit einem Kunstschuss ab und sicherte den Bayern dadurch den Einzug ins Pokalendspiel am 15. Mai in Berlin. In Florenz zirkelte er im Champions-League-Achtelfinale einen Fernschuss ins Tor und sorgte für den Verbleib im Wettbewerb. Dazu kommen viele wichtige Treffer und Torvorlagen in der Bundesliga. Und nun der unglaubliche Volleykracher im „Theater der Träume“ zu Manchester. Mit diesem Tor hat Arjen Robben die Münchner ins Halbfinale der Champions League katapultiert, wo sie auf den französischen Vizemeister aus Lyon treffen.
In den kommenden Spielen lohnt sich der gesonderte Blick auf Arjen Robben – denn dies sind entscheidende Spiele.

Sandhu Wurzer