Alle Artikel in der Kategorie ‘Europaliga’
20. August 2010 von redaktion
Borussia Dortmund bezwingt in der Europa-League-Quali den FK Qarabag Agdam leicht und locker mit 4:0. Damit stehen die Westphalen so gut wie sicher in der Gruppenphase.
Dortmund will unbedingt wieder an vergangene internationale Erfolge anknüpfen. Das zeigten die Borussen im Play-Off-Match gegen Qarabag Agdam ganz deutlich. In der ersten Halbzeit bauten sie einen ungeheuren Druck auf und setzten das Tor des Vertreters aus Aserbaidschan unter Dauerbeschuss.
Ein Mann spielte dabei ganz groß auf. Der erst 21 jährige Japaner Shinji Kagawa krönte einen grandiosen Auftritt mit zwei Treffern und eroberte im Nu die Herzen der Borussiafans. Ebenfalls zweimal traf Lucas Barrios und so kann die Mannschaft von Jürgen Klopp mit einem komfortablen 4:0-Polster die Reise zum Rückspiel nach Aserbaidschan antreten.
Nüchtern betrachtet hat Dortmund aber nur seine Pflicht erfüllt. Ein deutlicher Sieg gegen einen überforderten Gegner aus einer zweitklassigen Liga ist standesgemäß. Mehr jedoch nicht.
Der Bundesligastart wird zeigen wo Dortmund wirklich steht. Im ersten Spiel geht es im heimischen Signal Iduna Park gegen Bayer 04 Leverkusen. Ein Gegner von einem ganz anderen Kaliber. Eine zweite Halbzeit wie gegen Qarabag Agdam dürfen sich die Borussen gegen die Werkself aus Leverkusen nicht erlauben. Nach toller erster Hälfte schalteten die Dortmunder im zweiten Durchgang deutlich einen Gang zurück und spielten die Partie uninspiriert zu Ende. Auch Jürgen Klopp hat dies nicht gefallen. Nach dem Spiel monierte dieser, er hätte auch im zweiten Durchgang noch gerne das eine oder andere Tor gesehen.
Unterm Strich ist das 4:0 ein gutes Ergebnis und Europa ist nun zum greifen nahe. Wie es um die Leistungsstärke der Borussen wirklich bestellt ist, muss sich aber erst noch zeigen.
Sandhu Wurzer
19. August 2010 von redaktion
Borussia Dortmund trifft in der Europa-League-Quali auf den FK Qarabak Agdam aus Aserbaidschan. Der Einzug in die Gruppenphase ist für die Borussen Pflicht und so müssen sie sich im Heimspiel (19.08.10) eine gute Ausgangsposition für das Erreichen der Gruppenphase schaffen.
Qarabak Agdam, wer oder was ist das? An den Namen muss man sich erst einmal gewöhnen im internationalen Fußball. Der viermalige Meister aus Aserbaidschan ist bislang reihenweise in der Qualifikation für europäische Endrundenturniere gescheitert. Und dennoch warnt Jürgen Klopp, Trainer von den favorisierten Westphalen aus Dortmund, vor dem großen Unbekannten.
Immerhin sind acht Nationalspieler, die in der Nationalelf Aserbaidschans unter Berti Vogts trainieren, im Aufgebot von Qarabak. Berti Vogts, seit 2008 Nationaltrainer von Aserbaidschan, weiß um die Qualitäten seiner Spieler und erwartet ein hartes Stück Arbeit für Dortmund. Dennoch, die Borussen sind haushoher Favorit und müssen die Gruppenphase erreichen. Ohne wenn und aber, da können noch so viele Spieler des Gegners unter Berti Vogts trainieren. Wenn man fünfter in der Fußball Bundesliga wird, dann muss man sich einfach gegen den Kontrahenten aus Aserbaidschan durchsetzen. Das weiß auch Jürgen Klopp und stapelt dennoch taktisch tief.
Es ist für den Saisonstart von Borussia immanent wichtig, dass sie überzeugend in die Europa-League-Endrunde einziehen, denn der Bundesligastart hat es in der Tat in sich. In der Bundesliga steht am Sonntag (22.08.10) der Auftakt gegen Bayer Leverkusen an, dann folgen Spiele gegen Stuttgart, Wolfsburg und Schalke. Für diese Partien muss sich die Truppe von Jürgen Klopp einspielen und Selbstvertrauen tanken, sonst könnte es ein bitteres Erwachen geben.
Die Bundesliga im Kopf, Qarabak Agdam vor der Brust. Dortmund hat ein Jahr lang auf das Ziel, international zu spielen, hingearbeitet. Jetzt wollen es die Borussen auch mit aller Macht erreichen.
Sandhu Wurzer
14. Mai 2010 von redaktion
Atlético Madrid bezwingt den FC Fulham im Europa-League-Finale mit 2:1 und sichert sich den Europa-Pokal. Für die Madrilenen traf Diego Forlán im Doppelpack.
Es ist schon etwas seltsam in Hamburgs Fußballtempel eine Begegnung zu verfolgen, bei der keine HSV-Spieler auf dem Platz stehen. Die Rothosen waren gegen den FC Fulham ausgeschieden und durften an eigener Wirkungsstätte nur zuschauen.
So traf in der ausverkauften Nordbankarena zu Hamburg der spanische Minimalistenfußball auf den Deutschlandschreck aus England. Die Spanier hatten das Kunststück vollbracht mit nur zwei Siegen das Finale zu erreichen und die Mannschaft von der Insel hatte mit Wolfsburg und dem besagten HSV gleich zwei deutsche Mannschaften ausgeschaltet.
Atlético Madrid gegen den FC Fulham, das war nun wirklich nicht das Traumfinale für den geneigten Fußballgenießer. Vor der Partie wurde sogar vom „Duell der zweiten Geigen“ gespöttelt, in Anlehnung daran, dass beide Teams sich nicht vom Schatten ihrer großen Stadtrivalen befreien können. Doch aller Vorurteile zum Trotz entwickelte sich ein mitreißendes Spiel. An Spannung kaum zu überbieten ging es mit dem Spielstand von 1:1 nach 90 Minuten in die Verlängerung. Alles schien auf ein Elfmeterschießen hinauszulaufen, da erzielte Diego Forlán in der 116. Minute mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend das goldene Tor für die Madrilenen. Ein Moment der absoluten Ekstase. Es sind diese Momente, die einen Fußballfan mitreißen, egal ob nun die eigene Mannschaft auf dem Platz steht oder nicht. Momente, in denen die Emotionen entfesselt hervorbrechen und sich Spieler wie Fans freudetaumelnd in die Arme fallen. Des einen Freud ist des anderen Leid. Bitter für die Spieler des FC Fulham, die nach beherztem Kampf mit leeren Händen da stehen. Während im Westen Londons getrauert wird, feiern die „Colchoneros“ am Fuente de Neptuno in Madrid den historischen Triumph.
Und der HSV? Der hat zugeschaut, wie man Geschichte schreibt. Wenigstens durfte ein Ex-HSVer mitwirken. Tomas Ujfalusi durfte nach starkem Spiel an alter Wirkungsstätte den Europa-League-Pokal in den Hamburger Nachthimmel strecken.
Sandhu Wurzer
10. Mai 2010 von redaktion
Der Hamburger SV spielt in der nächsten Saison nicht international. Mit einem 1:1 in Bremen beendeten die Hamburger eine enttäuschende Saison.
Tristesse in Hamburg. Zumindest im blau-weißen Teil der Stadt. Auch ein starker Auftritt in Bremen am letzten Spieltag der Bundesligasaison ändert nichts daran. Hamburg hat sich nicht fürs internationale Geschäft qualifizieren können. Der HSV steht mit leeren Händen da. Was kommt da nächste Saison auf die Nordlichter und ihre Fans zu? Keine Flutlichtspiele in Europas Fußballtempeln, keine magischen Nächte in der heimischen Arena, kein Hauch von Welt. Nur der graue Bundesligaalltag. Und das in einer ambitionierten Weltstadt wie Hamburg.
Die Saison kann man abhaken, obwohl sie so verheißungsvoll begann. Die Hamburger schienen gewappnet zu sein ganz oben mitzuspielen. Umso bitterer schmerzt der Niedergang unter Ex-Trainer Bruno Labbadia in der Rückrunde. Interimscoach Ricardo Moniz konnte dem Team zwar eine neue Seele einhauchen, doch dies kam viel zu spät. Nicht in Bremen hat der HSV Europa verspielt, das wäre zu einfach geurteilt. Schuld sind die Wochen und Monate der Lethargie, der Missgunst und Ignoranz.
Ein Neuanfang muss gemacht werden. Wichtigste Personalie ist bei diesem Neuanfang ein Trainer, der zu Hamburg passt. Ein Trainer, der zu Hamburg passt – das ist gar nicht so einfach. Sechs Trainer in sechs Jahren hat der Verein verschlissen. Keinem gab man die Zeit etwas aufzubauen, der schnelle Erfolg sollte her. Beim HSV klafft ein riesengroßes Loch zischen Anspruch und Wirklichkeit. Ein großer Verein will man sein, ein großer Verein war man mal. Ein Trainer von Weltformat soll her um an alte Erfolge anzuknüpfen und den Verein wieder in angestammte Höhen zu erheben. Einen solchen Trainer zu bekommen wird jedoch nicht leicht sein. Die internationale Bühne fehlt.
Sandhu Wurzer
3. Mai 2010 von redaktion
Der HSV unterliegt beim FC Fulham mit 1:2 und verpasst das Finale der Europa League. Bitter für die Hamburger, da das Finale am 12. Mai im heimischen Stadion stattfindet.
Schade, HSV! Was soll man nach diesem Spiel auch sonst sagen? Der Mannschaft ist kein Vorwurf zu machen. Zumindest nicht für dieses Spiel. 70 Minuten lang haben die Rothosen von der Elbe das Halbfinale gegen den FC Fulham bestimmt und lagen hoch verdient mit 1:0 in Führung. Überzeugend wie selten in den letzten Wochen agierten die Hamburger, kämpften leidenschaftlich und erspielten sich weitere gute Tormöglichkeiten. Doch dann kam der Doppelschlag von Fulham, der ganz Hamburg ins Tal der Tränen stürzte. Hamburg ist also raus, das Finale findet ohne die Hamburger statt. Hamburg darf nur die Bühne für das Finalspektakel stellen. Am 12. Mai öffnen sich die Tore der Arena zu Hamburg und geladen wird zum finalen Duell zwischen dem FC Fulham und Atletico Madrid.
Doch noch einmal zurück zum HSV. Die Ernüchterung ist riesengroß nach dem Ausscheiden. Verzweifelt ob des Leistungseinbruchs in der Bundesligarückrunde hatte man kurz vor dem Halbfinalrückspiel Trainer Bruno Labbadia entlassen um noch mal ein entscheidendes Signal zu setzen. Eine Reaktion sollte die Mannschaft zeigen, das Finale sollte die Saison zu einem versöhnlichen Ende bringen. Und eine Reaktion zeigte die Mannschaft. Von Interimscoach Ricardo Moniz hervorragend eingestellt, lieferten die Hamburger eine wirklich gute Partie ab. Wie gesagt, für dieses Spiel kann man der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Doch was ist mit all den enttäuschenden Spielen der vergangenen Wochen und Monate. Rächt sich nun mit einem Schlag das aufreizend herzlose Spiel der Hamburger? Und das kurioserweise in einem Spiel, in dem sie Herz bewiesen haben? Ist das Ausscheiden die Quittung für Gleichgültigkeit, Missgunst und Streitereien innerhalb der Mannschaft und für das, womit die Mannschaft ihre Fans Woche für Woche quälte? Eine denkbar bittere Pille für den HSV, wie man es auch immer drehen und wenden mag. Das Finale zumindest dürfen mal wieder andere unter sich ausmachen.
Sandhu Wurzer
21. April 2010 von redaktion
Felix Magath ging in der vergangenen Saison mit seiner Wolfsburger Mannschaft als teambildende Maßnahme mit allen Spielern ins Kino und wurde Meister. Beim HSV sorgt ein Kinobesuch dagegen für einen weiteren Eklat zwischen Frank Rost und Trainer Bruno Labbadia. Rost tritt daraufhin aus dem Mannschaftsrat aus.
Es mutet schon etwas lächerlich an, dass Frank Rost wegen intern geäußerter Kritik von Bruno Labbadia aus dem Mannschaftsrat austritt und den Beleidigten gibt. Labbadia hatte ihn wegen eines Kinobesuches vor dem Heimspiel gegen Mainz vor der Mannschaft in aller Deutlichkeit zurechtgewiesen. In Labbadias Augen war der Ausflug vor dem Spiel eine Disziplinlosigkeit, da Frank Rost nur einem Teil der Mannschaft Bescheid gegeben hatte.
Die erneute Konfrontation der beiden Hitzköpfe hat jedoch eine Vorgeschichte.
Im Januar präsentierte Bruno Labbadia bei der Mitgliederversammlung seine künftigen Pläne mit dem Verein und ließ verlauten, dass sich der HSV für die Zeit nach 2011 um einen neuen Torwart bemühen müsse. Er ging offenbar davon aus, dass Frank Rost dann seine Karriere beenden werde, da dessen Vertrag nur bis 2011 datiert ist. Rost, der sich jedoch sehr gut vorstellen kann noch länger für den HSV zu spielen, war empört. Labbadia hatte sich mit dieser unüberlegten Aussage einen der wichtigsten Spieler im Team zum Feind gemacht. Bisher war Rost immer ein Fürsprecher des Trainers gewesen. Damit war nun Schluss.
Die Fehde der beiden schwelte vor sich hin und kam durch die Kino-Petitesse erneut zum Ausbruch.
Bruno Labbadia verstand es nicht mit dieser Situation gelassen umzugehen. Ein souveräner Trainer hätte den Kinobesuch sicherlich nicht so hoch gehängt. Doch Labbadia hat das Gefühl alles und jeden kontrollieren zu müssen, um seine angekratzte Autorität zu untermauern. In diesem Bemühen scheint er den richtigen Draht zu den Spielern verloren zu haben.
Frank Rost seinerseits beging die eigentliche Disziplinlosigkeit nach dem Kinobesuch. Anstatt die Mannschaft von seinem Vorhaben zu unterrichten, teilte er der Öffentlichkeit auf seiner Homepage seinen Rücktritt aus dem Mannschaftsrat mit. Seine Mannschaftskollegen erfuhren es dann von der Presse. Die Begründung von Rost, die Sache wäre in der jetzigen Phase sowieso rausgekommen, ist schwach und charakterlos.
Beide, Frank Rost als auch Bruno Labbadia, haben mit diesem völlig unnötigen Mimosen-Zoff Unruhe vor den wichtigen Europa-League-Spielen gesät. Etwas mehr Professionalität, etwas mehr Fingerspitzengefühl und eine kleine Portion Nachgiebigkeit auf beiden Seiten hätte diese Lappalie sachlich klären können. So geht der HSV mit einer Menge Zündstoff in die entscheidenden Partien.
Sandhu Wurzer