Alle Artikel in der Kategorie ‘Länderspiele’

DFB-Elf putzt Holland

16. November 2011 von redaktion

Die deutsche Nationalmannschaft gewinnt das Freundschaftsspiel gegen die Niederlande souverän mit 3:0. Ein versöhnlicher Jahresabschluss für Joachim Löw und seine Mannschaft.

“Oh, wie ist das schön” schallte es von den ausverkauften Rängen in der Hamburger Arena. Zuvor hatte Mesut Özil in der 66. Minute nach einer traumhaften Kombination mit Miroslav Klose das 3:0 erzielt. Und wie schön das war. 51.500 Zuschauer vor Ort plus 13 Millionen an den Fernsehschirmen bekamen am Dienstagabend einen echten Leckerbissen der Fußballunterhaltung zu Gesicht. Mit 3:0 fegte die Deutsche Elf die Niederländische Auswahl förmlich vom Platz und war dem amtierenden Vizeweltmeister dabei in wirklich allen Belangen überlegen. “Wir haben mit viel Spielfreude und Leichtigkeit gespielt und kombiniert, womit die Holländer offenbar ein bisschen überfordert waren”, gab Bundestrainer Joachim Löw nach der Partie sichtlich erfreut zu Protokoll.

Und in der Tat präsentierte sich die DFB-Elf an diesem denkwürdigen Abend in Hamburg in herausragender Verfassung. Von Beginn an nahm der Gastgeber das Heft in die Hand und ließ dabei keinen Zweifel aufkommen, wer in der Imtech Arena Herr im Haus sein sollte. Anders als in den letzten Länderspielen auf Hamburger Boden bekamen die Zuschauer diesmal einiges für ihr Geld geboten. In der ersten Halbzeit konnte Deutschland nicht nur zwei schöne Tore erzielen, sondern spielte sich regelrecht in einen Rausch. Weil auch die zweite Hälfte zu einer Demonstration der Stärke geriet, äußerte sich Spielmacher Mesut Özil nach der Partie für seine Verhältnisse regelrecht euphorisch. “Die Holländer hatten keine Chance. Wir haben gezeigt, dass diese junge Mannschaft viel Potenzial hat und um den EM-Titel mitspielen kann.”

Etwas anderes konnten auch die Niederländer nicht behaupten. „Das Spiel sagt wenig über uns aus, aber viel über die Stärke der deutschen Mannschaft. Wenn man sich dieses Spiel anschaut, ist Deutschland einer der größten EM-Favoriten“, so Hollands Nationaltrainer Bert van Marwijk, dessen Mannschaft am Tag danach in der heimischen Presse so richtig ihr Fett weg bekam. So schreibt zum Beispiel die Amsterdamer Zeitung „Volkskrant“: „Deutschland war ein harmonisches Orchester, die Niederlande eine angetrunkene Blaskapelle ohne Dirigenten.” Orchester hin oder her – das 3:0 gegen den Erzrivalen Niederlande in Hamburg bedeutet für die deutsche Nationalmannschaft in jedem Fall einen perfekten Jahresabschluss 2011.


“Der feine Unterschied” – Ein Buch sorgt für Aufsehen

30. August 2011 von redaktion

Nach der Veröffentlichung seiner Biographie nimmt Philip Lahm gemeinsam mit Bundestrainer Joachim Löw noch einmal Stellung zu dem umstrittenen Werk.

Ein Ziel hat Philip Lahm mit seinem Buch schon erreicht. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft belegt mit seiner viel diskutierten Biographie “Der feine Unterschied” den ersten Platz der Bestsellerliste bei Amazon. Einen Tag nach seinem Erscheinen ist das umstrittene Werk schon jetzt ein Verkaufsschlager im Internet. Angesichts der vorab in der BILD-Zeitung veröffentlichten durchaus brisanten Zeilen ist das auch nicht sonderlich verwunderlich. So richtig darüber freuen mag sich Lahm, der nach eigener Angabe nicht mit einem solchen Wirbel gerechnet hatte, allerdings nicht. “Mich hat die Art der Darstellung des Buches gestört, die ich so nicht gewollt habe. Man muss das Buch komplett lesen und nicht nur in Auszügen”, sagte der Nationalspieler auf der offiziellen Pressekonferenz des DFB vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich.

Hier äußerte sich auch Bundestrainer Joachim Löw zu Lahms umstrittener Biographie. “Gestern Abend gab es ein Gespräch, um uns einmal darüber zu unterhalten, wieso, weshalb und warum einige Dinge geschrieben worden sind. Ich habe ihm gesagt, dass ich es nicht glücklich finde, dass er in der Öffentlichkeit über andere Spieler und Trainer urteilt. Das steht niemandem zu”, erklärte Löw. Lahm habe aber keine Internas aus der Mannschaft preisgegeben. “Daher gab es für mich keinen Grund, ihn als Kapitän abzusetzen.” Das Verhältnis zwischen dem Bundestrainer und seinem Kapitän hat sich trotz des großen Wirbels scheinbar nicht verändert. “Philipp und ich hatten immer ein offenes Verhältnis. Wir haben uns stets ausgetauscht. Ich empfinde Philipp als ehrlich und authentisch. Ich halte die Äußerungen für falsch, aber das hat unser Vertrauensverhältnis nicht beeinflusst.”

Der Betroffene selbst zeigte sich einsichtig. “Der Trainer hat mir gesagt, dass es sich nicht gehört, über andere Trainer oder Ex-Trainer zu urteilen. Das wird nicht wieder vorkommen”, so der 27-Jährige, der bekräftigte, die Vorabveröffentlichungen würden seine Intention, das Buch zu schreiben nicht widerspiegeln. Er wollte aufzeigen, was es heutzutage bedeutet, Fußballprofi zu sein. Dass dazu auch der sensible Umgang mit den Medien gehört, dürfte Lahm nun endgültig begriffen haben.


Lahm entschuldigt sich und bleibt DFB-Kapitän

25. August 2011 von redaktion

Philipp Lahm hat auf die massive Kritik an der Veröffentlichung seines Buches „Der feine Unterschied“ reagiert. Der Deutsche Fußball Bund kündigte Gespräche an.

“Ich wollte Rudi Völler, Jürgen Klinsmann und andere Personen selbstverständlich nicht persönlich treffen oder gar beleidigen. Das tut mir leid. Für Missverständnisse, die auf diese Weise entstanden sind, entschuldige ich mich hiermit bei allen Beteiligten“, ließ Philip Lahm am Donnerstag in einer öffentlichen Erklärung verlauten. In den letzten Tagen hatten zahlreiche Trainer und Verantwortliche den 27-Jährigen für seine Äußerungen in seinem am Montag offiziell erscheinenden Buch kritisiert. Darin attackiert der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft seine früheren Trainer Jürgen Klinsmann, Rudi Völler, Felix Magath und Louis van Gaal. Ex-Teamchef Völler hatte Lahm daraufhin unter anderem fehlenden Anstand vorgeworfen und indirekt eine Reaktion von Seiten des DFB gefordert.

Die erfolgte nun heute in einem Bericht auf der offiziellen Homepage des Deutschen Fußball Bundes. “Unsere Nationalspieler müssen sich ihrer besonderen Verantwortung in der Öffentlichkeit bewusst sein. Dazu gehört auch der Respekt vor Persönlichkeiten des Fußballs, mit denen sie nicht immer einer Meinung waren oder sind. Die Aufgabe des DFB ist es allerdings auch, bei allen Aufgeregtheiten der heutigen Zeit die Dinge mit Augenmaß auf der Basis aller Fakten zu beurteilen. Philipp hat für mich den Fehler gemacht, dass er die durch die Vorab-Veröffentlichung seines Buches entstehende Eigendynamik und mögliche Interpretationen nicht richtig eingeschätzt hat“, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger, der sich gemeinsam mit Generalsekretär Wolfgang Niersbach, Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff nach eingehender Lektüre des Buchs von Lahm darauf verständigte, dass es in der kommenden Woche vor dem Länderspiel in Düsseldorf ein Gespräch der sportlichen Leitung mit Lahm und dem Spielerrat geben soll. Dabei soll unter anderem die Sensibilität im Umgang mit Interna aus dem Mannschaftskreis thematisiert werden.

“Es gibt einige Passagen in dem Buch, die mir nicht gefallen, weil hier ein Spieler einige Trainer, die lange und erfolgreich gearbeitet haben, öffentlich beurteilt. Auch darüber werden wir in der kommenden Woche sprechen“, sagte Joachim Löw. Die Kapitänsbinde wollen die Verantwortlichen Lahm trotz seiner Äußerungen allerdings nicht wegnehmen. “Wir wollen zwar mündige Spieler, die auch mal klar ihre Meinung sagen. Im konkreten Fall hat Philipp allerdings die Grenzen überschritten. Es war aber nach Bewertung des gesamten Buches für uns zu keinem Zeitpunkt ein Thema, Philipp als Kapitän abzusetzen, wie das schon von einigen spekuliert wurde“, so Oliver Bierhoff auf dfb.de.


DFB nominiert Zieler

19. August 2011 von redaktion

Bundestrainer Joachim Löw hat Ron-Robert Zieler in den Kader für die anstehenden Länderspiele gegen Österreich und Polen berufen. Der 22-jährige Hannoveraner ersetzt den verletzten Rene Adler.

Im Moment läuft es so richtig rund für Ron-Robert Zieler. Zwei Auftaktsiege mit Hannover 96 in der Bundesliga, dazu der grandiose Europapokalabend mit dem 2:1-Erfolg gegen den FC Sevilla. Und nun wird der 22-Jährige auch noch für die deutsche Nationalmannschaft berufen. Beim EM-Qualifikationsspiel am 2. September gegen Österreich und den Test vier Tage später in Danzig gegen EM-Gastgeber Polen wird Zieler als Nummer 3 hinter Manuel Neuer und Tim Wiese dabei sein.

„Ron-Robert ist ein junger Torwart, der seit Anfang 2011 als Stammtorwart in der Bundesliga spielt, seit seinem ersten Einsatz zu Beginn der Rückrunde sehr, sehr gute Leistungen gebracht hat und an diese Form auch in der laufenden Saison nahtlos angeknüpft hat. Er hat großen Anteil daran, dass sein Verein Hannover 96 in die Europa-League-Qualifikation gekommen ist und damit gute Chancen hat, im attraktiven internationalen Geschäft dabei zu sein“, begründete Bundestorwarttrainer Andreas Köpke die Entscheidung auf der Homepage des DFB.

Für Zieler ist die Nominierung der vorläufige Höhepunkt seiner Profi-Karriere, die er im Alter von 16 Jahren bei Manchester United startete. Unter Sir Alex Ferguson reifte er auf der Insel zu einem Torhüter modernster Prägung. In Deutschland durchlief der gebürtige Kölner alle DFB-Jugendteams von der U 16 bis zur U 20. Mit der deutschen U 19-Nationalmannschaft wurde Zieler 2008 sogar Europameister. Seit 2010 steht er bei Hannover 96 zwischen den Pfosten.

„Die Nachricht ist großartig, ich freue mich natürlich riesig. Gerade auch die Begründung von Andreas Köpke für die Nominierung ehrt mich sehr. Ich werde sehr motiviert zur Nationalmannschaft fahren und in den Einheiten mein Bestes geben. Die Einladung empfinde ich als Ehre und Auszeichnung – gerade auch für Hannover 96“, freute sich Zieler über seine erste Nominierung für die A-Nationalelf.


Trotz WM-Aus – Neid bleibt Bundestrainerin

14. Juli 2011 von redaktion

Nach einem Gespräch mit DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach hat sich Silvia Neid entschieden, ihren bis 2016 laufenden Vertrag zu erfüllen.

Es wurde viel spekuliert seit dem unglücklichen Ausscheiden der deutschen Frauen Nationalmannschaft bei der Heim-WM am vergangenen Samstag. Mit 0:1 hatten die DFB-Mädels gegen die Japanerinnen verloren. Ganz Fußball-Deutschland konnte es nicht fassen und wie es so üblich ist in der Welt des runden Leders musste nun ein bzw. eine Schuldige her. Für viele Leute war die in Silvia Neid schnell gefunden. Fehlende Kommunikation, die zu lange Vorbereitungsphase und ein – vorsichtig ausgedrückt – unglücklicher Umgang mit Birgit Prinz wurden der Bundestrainerin vorgeworfen. Der Rücktritt wurde Neid nahe gelegt und die 47-Jährige dachte zumindest darüber nach.

„Nach dem auch für mich enttäuschenden Ausscheiden bei der WM brauchte ich ein paar Tage zum Nachdenken. Der große Zuspruch meiner Mannschaft und das Vertrauen, dass mir DFB-Präsident Dr. Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach noch einmal persönlich ausgesprochen haben, waren für mich der entscheidende Antrieb weiterzumachen. Ich freue mich auf die nächsten Herausforderungen“, so die Bundestrainerin, die nun die Aufgabe angehen muss, ein neues Team aufzubauen. Zeit dafür hat Silvia Neid reichlich. Das nächste Turnier ist die Europameisterschaft 2013.  Die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 haben die DFB-Mädels durch das Viertelfinal-Aus verpasst. Auch diese Enttäuschung muss erst einmal verarbeitet werden.

Es wartet viel Arbeit auf die alte und neue Bundestrainerin. Doch beim DFB ist man sich sicher, Silvia Neid ist und bleibt die Richtige. „Es ist eine gute Entscheidung für den Frauenfußball, dass Silvia Neid ihre Arbeit als Bundestrainerin fortsetzt, und wir sind sicher, dass sie mit hoher Motivation das nächste große Ziel EM 2013 in Schweden angehen wird“, so Generalsekretär Wolfgang Niersbach.


DFB-Mädels auf Kurs

6. Juli 2011 von redaktion

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft gewinnt das dritte Gruppenspiel bei der Fußball Weltmeisterschaft 2011 mit 4:2 gegen Frankreich. Im Viertelfinale geht es gegen Japan.

Endlich haben sie ihn gezeigt. Den Fußball den ganz Deutschland von seinen DFB-Mädels sehen möchte. Nach dem die ersten beiden Gruppenspiele gegen Kanada und Nigeria zwar siegreich aber vom spielerischen her eher mau ausfielen, gab es im Gruppenfinale gegen die Französinnen ein echtes Fußballfest. Den 47.000 Zuschauern in Mönchengladbach wurde ein attraktives Spiel mit vielen Toren und reichlich Spannung geboten, weil auch der Gegner sich niemals aufgab. Zwei Treffer von Inka Grings (32./68.) und jeweils einer von Kerstin Garefrekes (25.) und Celia Okoyino da Mbabi (89.) sorgten für den erhofften Brustlöser.

„Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Wenn man gegen eine so gute Mannschaft vier Tore macht, ist das befreiend“, freute sich Okoyino da Mbabi, die bereits ihr zweites Turniertor erzielen konnte. Neben der quirligen Angreiferin durfte dieses Mal Inka Grings für die bisher wenig überzeugende Birgit Prinz von Beginn an ran. Die 32-Jährige nutze ihre Chance, begeisterte mit zwei Treffern und einer starken Leistung. „Wir haben ein richtig tolles Fußballspiel gesehen. Wir hatten uns eine Menge vorgenommen, und haben das vor einem fantastischen Publikum gut umgesetzt. Für mich ist es natürlich optimal gelaufen“, sagte eine strahlende Grings nach dem Spiel.

Auch Bundestrainerin Silvia Neid war trotz der zwei Gegentore nach Eckbällen durchaus zufrieden mit der Leistung ihrer Mannschaft. „Das war heute Fußball für mich. Ich denke, wir sind jetzt richtig im Turnier angekommen, von daher bin ich sehr zufrieden. Wir wissen aber, dass Japan kein einfacher Gegner ist.“ Am Samstag (20.45 Uhr in Wolfsburg) wollen die deutschen Frauen ihrer Favoritenrolle dann auch im Viertelfinale gerecht werden und den nächsten Schritt auf der Mission „Titelverteidigung“ gehen. Die Euphorie um die WM im eigenen Land ist spätestens seit Dienstagabend riesig. Wie schon gegen Nigeria verfolgten im Schnitt über 16 Millionen Zuschauer das Spiel der DFB-Mädels vor den Fernsehern. Angesichts des attraktiven Fußballs, den die Fans diesmal geboten bekamen, werden es am Samstag wohl noch ein paar mehr sein.


DFB-Elf: Ära „Ballack“ endgültig beendet

16. Juni 2011 von redaktion

Michael Ballack wird zukünftig nicht mehr dem Kader der deutschen Nationalmannschaft angehören. Bundestrainer Joachim Löw plant ohne den ehemaligen Kapitän der DFB-Elf.

98-mal lief Michael Ballack mit dem Adler auf der Brust auf, schoss dabei insgesamt 42 Tore und führte die Nationalmannschaft lange Zeit als Kapitän an. Bei zwei Welt- und drei Europameisterschaften war Ballack dabei. Nun ist seine Zeit im DFB-Trikot endgültig abgelaufen. So lautet das Ergebnis der Gespräche zwischen Bundestrainer Joachim Löw und dem 34-jährigen Mittelfeldspieler.

„Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass viele junge Spieler in den Blickpunkt gerückt sind und gute Perspektiven besitzen. Mit ihnen ist die Entwicklung der Nationalmannschaft seit der WM 2010 in Südafrika absolut positiv verlaufen. Nachdem ich diese Thematik mit Michael Ballack zuletzt bei unserem Treffen Ende März 2011 in aller Offenheit erörtert habe und wir danach mehrfach telefoniert haben, ist nun vor dem Start in die EM-Saison der Zeitpunkt gekommen, hier klar Position zu beziehen“, äußerte sich der Bundestrainer auf DFB.de.

Die monatelange Diskussion um die Zukunft des „Capitanos“ in der Nationalmannschaft ist damit endgültig abgeschlossen. Sein bislang letztes Länderspiel hat Ballack am 3. März 2010 gegen Argentinien bestritten, die WM in Südafrika verpasste er verletzungsbedingt. Nach über 10 Jahren im DFB-Trikot ist für ihn Schluss. „In unseren Gesprächen hatte ich den Eindruck, dass Michael durchaus Verständnis für unsere Sichtweise hat. Im Interesse aller ist daher jetzt eine ehrliche und klare Entscheidung angebracht“, so Jogi Löw, der anschließend lobende Worte für Ballack fand.

„Michael Ballack war ein Jahrzehnt ein sehr wichtiger Führungsspieler der Nationalmannschaft und hat enormen Anteil an den großen Erfolgen des Teams seit der WM 2002. Er hat eine Ära geprägt und sich als Kapitän stets in den Dienst der Mannschaft gestellt, was ich bei der WM 2006 oder der EURO 2008 aus nächster Nähe erleben konnte. Seine spielerische und kämpferische Klasse sprechen ebenso für ihn wie seine Torgefährlichkeit und seine Nervenstärke gerade in wichtigen Spielen.“

Der Bundestrainer versicherte, Ballack könne ein Abschiedsspiel erhalten. „Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass Michael Ballack als Nationalspieler in attraktivem Rahmen verabschiedet werden soll und wir ihm ein ehrliches Dankeschön für seine großen Verdienste um den deutschen Fußball sagen wollen.“ Am 10. August kann der 34-Jährige dann in seinem 99. Länderspiel seinen Abschied von der Nationalmannschaft feiern. Im Klassiker gegen Brasilien soll er ein letztes Mal das Team als Kapitän aufs Feld führen. Ob es dazu kommen wird, hängt allein von Ballack selbst ab. „Diese Überlegungen sind ihm seit längerem bekannt. Wir hoffen, dass er dieses Angebot annimmt“, so DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach.


Klose muss passen

30. Mai 2011 von redaktion

Miroslav Klose kann nicht an den EM-Qualifikationsspielen der deutschen Nationalmannschaft gegen Österreich (Freitag, 20.30 Uhr) und Aserbaidschan (Dienstag, 19 Uhr) teilnehmen. Der 32-jährige Stürmer zog sich im Testspiel gegen Uruguay eine schmerzhafte Rippenprellung zu.

Mit schmerzverzerrtem Gesicht lag Miroslav Klose gestern Abend kurz vor dem Abpfiff auf dem Rasen der Rhein-Neckar-Arena und hielt sich die Seite. Auch nach der Partie wurden die Schmerzen des 109-maligen Nationalspielers nicht weniger. Eine Kernspintomographie am Montagmorgen in München gab Aufschluss. Rippenprellung – Klose muss in den nächsten Tagen mit dem Training aussetzen und daher die kommenden beiden EM-Qualifikationsbegegnungen absagen.

„Es ist bedauerlich, dass Miro für die beiden Länderspiele in Österreich und Aserbaidschan ausfällt. Bei unseren Planungen für diese Begegnungen hat er gemeinsam mit Mario Gomez im Sturm eine wichtige Rolle gespielt“, sagte Bundestrainer Joachim Löw, dem mit  Gomez nun lediglich ein echter Mittelstürmer zur Verfügung steht. Der Bundesliga-Torschützenkönig, der beim 2:1-Sieg gegen Uruguay begonnen und das erste Tor erzielt hatte, befindet sich momentan zwar in Topform. Einen Ersatz für Gomez hat Löw nach dem Ausfall seines erfolgreichsten Torschützen allerdings nicht mehr. „Über eine Nachnominierung werden wir uns Gedanken machen“, so der Bundestrainer.


Hoeneß kritisiert Testspiel gegen Australien

29. März 2011 von redaktion

Am Dienstagabend (20.45 Uhr, Live im ZDF) trifft die deutsche Nationalmannschaft in Mönchengladbach auf Australien. Bayern-Präsident Uli Hoeneß ist mit der Austragung dieses Testspiels überhaupt nicht einverstanden.

Uli Hoeneß hat mal wieder auf den Putz gehauen. Der Präsident des FC Bayern München kritisierte Bundestrainer Joachim Löw für die Austragung des Testspiels gegen Australien. „Löw muss gar nichts testen. Die Bundesliga ist auf dem Weg, die beste  Liga der Welt zu werden. Die Spiele dort sind besser als jeder Test. Ein Trainingsspiel bei Bayern, Team A gegen Team B, ist besser bestückt als das Spiel gegen Australien“, äußerte sich der 59-Jährige gestern im Düsseldorfer Kulturforum, wo er von Radioreporter Manni Breukmann interviewt wurde. Kritik, die sich gewaschen hat und beim DFB so gar nicht auf Gegenliebe stoßen dürfte.

Vor allem den Zeitpunkt kurz vor dem Endspurt in der Bundesliga kann Hoeneß, der ohnehin kein Freund von Testspielen der Nationalmannschaft ist, nicht nachvollziehen. „In so einer Phase – wo es um Meisterschaft und Existenzen geht – muss ein Freundschaftsspiel gegen Australien nicht sein“, wetterte Hoeneß und warf dem DFB zugleich Gelmacherei vor. „Das wird ja auch nicht gemacht, um zu testen. Sondern da gibt es fünf Millionen Euro für den DFB.“

Rumms! Die Abteilung Attacke hat mal wieder zugeschlagen. Man darf gespannt sein, wie der Bundestrainer und die Verantwortlichen des DFB auf die harsche Kritik des Bayern-Präsidenten reagieren werden. Joachim Löw und Co. jedenfalls wollen den Test gegen die „Socceroos“ nutzen, um dem zweiten Anzug eine Chance zu geben. „Wir sind froh, dass wir solche Spiele wie gegen Australien nutzen können, um die Weiterentwicklung unserer jungen Spieler zu fördern“, sagte Assistent Hans-Dieter Flick am gestrigen Montag. Die Fans scheint das allerdings nur wenig zu interessieren. 45.800 Tickets stehen für die Partie in Mönchengladbach zur Verfügung, gerade einmal 25.000 wurden bis Montagmittag verkauft.


Die Revanche: Deutschland – Italien

8. Februar 2011 von redaktion

Am Mittwochabend kommt es in Dortmund zum prestigeträchtigen Duell Deutschland gegen Italien. Für die Nationalmannschaft und Bundestrainer Joachim Löw ist es das erste Testspiel im Jahr 2011 und gleichzeitig eine Chance, Revanche zu nehmen.

Fast fünf Jahre sind vergangen seit der schmerzhaften Niederlage im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2006. In Dortmund unterlag die deutsche Elf nach Verlängerung mit 0:2 gegen den späteren Titelträger Italien. Mario Götze war damals gerade einmal 13 Jahre alt. Der Jungnationalspieler erlebte das Ende des viel beschriebenen Sommermärchens wie Millionen andere Deutsche als ganz normaler Fan. „Ich war damals zu Hause, habe die Partie vor dem Fernseher verfolgt. Es war ein interessantes Spiel, natürlich hätte ich mir gewünscht, dass die deutsche Mannschaft weiterkommt. Aber auch so war die WM in Deutschland eine tolle Erfahrung für mich“, so Götze im DFB.de-Gespräch der Woche.

Heute nun ist Mario Götze 18 Jahre alt, Stammspieler beim Tabellenführer der Fußball Bundesliga und im Aufgebot für das Länderspiel der Nationalmannschaft gegen Italien. Kein Wunder, dass Bundestrainer Jogi Löw auf das Supertalent aus Dortmund setzt. 20 Bundesligaspiele, vier Tore und sieben Vorlagen sprechen für sich. Obwohl er gerade seine erste richtige Bundesligasaison absolviert, gilt Götze als ernsthafter Anwärter auf einen Stammplatz in der Nationalmannschaft. „Er kann sicher ein großer Spieler werden”, sagt der Bundestrainer über sein Spielmacher-Juwel. Nach seinem Länderspieldebüt im vergangenen November gegen Schweden erlebt Götze nun ein weiteres Highlight mit der Nationalmannschaft. „Einerseits bin ich nervös, andererseits freue ich mich, vor heimischer Kulisse auflaufen zu können“, sagt der Dortmunder, der allerdings nicht mit einem Einsatz von Beginn an rechnet.

Der Bedeutung des prestigeträchtigen Duells ist sich Mario Götze dennoch bewusst. Revanchegedanken hegt der 18-jährige bei der 30. Auflage des Länderspielklassikers Deutschland gegen Italien trotz der bitteren Niederlage 2006 nicht. „Nein, ich habe damals ja nicht auf dem Platz gestanden. Aber natürlich weiß ich, dass Spiele gegen Italien mit viel Prestige verbunden sind. Deswegen ist es ganz klar, dass wir das Spiel gewinnen wollen und alles dafür tun werden.“ Tatsächlich sind aus dem WM-Kader von 2006 nur noch sechs Spieler übrig geblieben. Nicht nur für diese Sechs wäre ein Erfolg gegen Italien sicherlich eine kleine Genugtuung.